20.07.2009 | Transport + Logistik

Ein Fünftel weniger Umsatz bei Kühne + Nagel

Schindellegi. Die Wirtschaftskrise setzt dem Logistikkonzern Kühne + Nagel zu. Der Umsatz sank in den ersten sechs Monaten 2009 um ein Fünftel auf 8,5 Milliarden Franken (5,6 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Montag im schweizerischen Schindellegi mitteilte. Dank eines Programms zur Kostensenkung sei der Gewinnrückgang aber deutlich geringer ausgefallen als erwartet. Deshalb sprach Kühne + Nagel von einer zufriedenstellenden Geschäfts- und Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr.

Der für Logistikkonzerne maßgebliche Bruttogewinn (Rohertrag) sei danach nur um 6,7 Prozent auf 2,92 Milliarden Franken (1,92 Milliarden Euro) gesunken. Währungsbereinigt habe es ein Plus von 2,5 Prozent gegeben. Der Reingewinn allerdings sackte um 16,2 Prozent auf 258 Millionen Franken (169,8 Millionen Euro) ab

Sinkende Transportvolumen auf allen Geschäftsfeldern

Der internationale See- und der globale Luftfrachtmarkt waren in den ersten sechs Monaten des Jahres durch anhaltende Volumenrückgänge und Kostendruck geprägt. Laut Kühne + Nagel lagen die Volumen im Bereich Seefracht im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 um elf Prozent tiefer. Dank rigorosem Kostenmanagement verringerte sich das Betriebsergebnis aber nur um 3,3 Prozent. Im Air Cargo-Sektor gingen die Frachtvolumen sogar um mehr als 20 Prozent zurück. Das Betriebsergebnis reduzierte sich hier im Vorjahresvergleich um 16,2 Prozent.

Auch im europäischen Landverkehr waren im ersten Halbjahr hohe Volumenrückgänge zu verzeichnen, zudem wurde das Geschäft von Kühne + Nagel durch Überkapazitäten negativ beeinflusst. Mit 17,3 Prozent fiel der Umsatzrückgang bei dem schweizerischen Logistikkonzern allerdings weniger stark aus als beim Rest des Marktes. Am Kontraktlogistikmarkt musste das Unternehmen im Vorjahresvergleich ebenfalls beträchtliche Volumenrückgänge verzeichnen. Aufgrund ungenügender Kapazitätsauslastung, insbesondere in Nordamerika und Großbritannien, ging das Betriebsergebnis in diesem Geschäftsfeld um 23,7 Prozent zurück.

Das Unternehmen teilte mit, trotz der schwierigen Bedingungen in allen Geschäftsfeldern Marktanteile hinzugewonnen zu haben. Kühne + Nagel geht kurzfristig von keiner wesentlichen Verbesserung der Wirtschafts- und Marktlage aus. „Deshalb wird das Unternehmen seine duale Strategie konsequent beibehalten und sich auf Kostenmanagement und den Ausbau der Marktanteile konzentrieren.“ (ag/dpa)

 
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(Foto: Kühne + Nagel)

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