Oslo/London. Die Fluggesellschaft Easyjet und der Flugzeugbauer Airbus wollen ein neues Früherkennungssystem für Vulkanasche testen. Wie der norwegische Wissenschaftler Fred Prata am Freitag in London ankündigte, soll die von ihm unter dem Namen Avoid (Airborne Volcanic Object Identifier and Detector) entwickelte Technologie in den kommenden zwei Monaten erstmals an einem Groß-Flugzeug mit Düsentriebwerken vom Typ Airbus A340 erprobt wird.
Bereits durchgeführte Tests an kleineren Flugzeugen und Hubschraubern seien durchweg erfolgreich gewesen. Easyjet stellte das System in London als ein "Wetterradar für Asche" vor. Es basiert auf einer Infrarot-Technologie, die auf Flugzeugen platziert wird. So können Bilder an die Piloten und an das Flugsteuerungszentrum der Airline geliefert werden.
Die Bilder sollen es einem Piloten ermöglichen, eine Aschewolke aus 100 Kilometern Entfernung und in Höhen zwischen 5000 und 50.000 Fuß (1500 und 15.000 Metern) zu erkennen. Der Pilot könne seine Flugroute so entsprechend anpassen und Aschewolken ausweichen, hieß es weiter.
Genehmigung nationaler Flugaufsichtsbehörden vorbehalten
Prata vom norwegischen Luft-Forschungsinstitut Nilu sagte, Hintergrund für die jetzt beginnende Testphase sei der Vulkanausbruch unter dem isländischen Eyjafjalla-Gletscher, der den europäischen Flugverkehr wochenlang lahmgelegt hatte: "Es gab bis dahin nicht das geringste kommerzielle Interesse an unserem System bei den Fluggesellschaften." Er bezeichnete das Avoid-System als "nach jahrelanger Arbeit jetzt ausgereift".
Easyjet-Chef Andy Harrison meinte: "Diese bahnbrechende Technologie ist eine 'Wunderwaffe', die großflächigen Störungen durch Asche ein Ende setzen wird." Positiv äußerte sich auch der Chef der britischen Behörde für Zivile Luftfahrt (Civil Aviation Authority).
Nach Pratas Angaben muss sein Früherkennungssystem von den jeweiligen nationalen Flugaufsichtsbehörden genehmigt werden. Testflüge werden nach seinen Angaben für die Umgebung des sehr oft aktiven italienischen Vulkans Ätna auf Sizilien geplant. (dpa)