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Deutsche Unternehmen bewerten die Wirtschaftslage positiv

05.08.2014 14:04 Uhr
Deutsche Unternehmen bewerten die Wirtschaftslage positiv
Die Wirtschaft erholt sich, deutsche Unternehmer hoffen auf steigende Umsätze
© Foto: Fotolia/Caruso 13

Laut einer aktuellen Studie von Roland Berger glaubt die Mehrheit der Unternehmen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden ist.

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München. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen erwartet in den kommenden zwei Jahren weiterhin steigende Umsätze und ist mit ihrer aktuellen Liquiditätssituation zufrieden. Das ist das Ergebnis der aktuellen Restrukturierungsstudie der Strategieberatung Roland Berger, in deren Rahmen jährlich rund 1000 Vorstände und Geschäftsführer aus verschiedenen Branchen befragt werden. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen glaubt, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden ist, auch in den kommenden zwei Jahren rechnen 85 Prozent der Firmen nicht mit einer Rezession in Deutschland. Sollte es dennoch zu einer wirtschaftlichen Abkühlung kommen, wären vor allem deutsche Unternehmen gefährdet, die schwerpunktmäßig innerhalb Europas exportieren.

Insgesamt sind deutsche Firmen laut der Erhebung gut aufgestellt: Sie verfügen über breit diversifizierte Produktportfolios (24 Prozent) sowie überdurchschnittliche Eigenkapitalquoten (18 Prozent) und Liquidität (17 Prozent). Allerdings sieht mehr als die Hälfte von ihnen ein hohes Risikopotenzial durch die Staatsschuldenkrise und die unstabile politische Führung einiger EU-Länder. Sorge bereiten auch die Kosten für die Energiewende, so ein weiteres Ergebnis.

„Obwohl die Stimmung bei deutschen Firmen gerade sehr gut ist, erwarten die meisten in den kommenden Jahren weiterhin ein volatiles Marktumfeld“, sagt Sascha Haghani, Partner von Roland Berger und stellvertretender Geschäftsführer der Strategieberatung in Deutschland. „Dabei spielen insbesondere geopolitische Risiken wie die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine oder der Türkei eine wichtige Rolle.“ „Ein Problem stellt auch die Schere zwischen gefühltem Zustand und Realität dar“, ergänzt Gerd Sievers, Partner von Roland Berger im Bereich Restrukturierung und Corporate Finance. „Denn obwohl die meisten deutschen Firmen mit der aktuellen Lage zufrieden sind, erleben wir zeitgleich viele Unternehmen in Krisensituationen oder Insolvenzen.“ Dazu zählen Firmen aus der Schifffahrtsbranche und dem Bereich regenerative Energien, Automobilzulieferer sowie Konsumgüter- und Handelsunternehmen. Hinzu kommen dann Risiken aus der Unternehmensfinanzierung, die einige Firmen zur Insolvenz geführt haben.

Liquiditätssituation deutlich verbessert

Die positive Wirtschaftslage der vergangenen drei Jahre hat auch bewirkt, dass sich die Liquiditätssituation der Unternehmen deutlich verbessert hat. Eine Tendenz, die sich nach Ansicht von zwei Dritteln der Befragten bis Ende 2015 fortsetzen soll - allerdings warnen die Roland Berger-Experten vor unvorsichtiger Vorfreude: „Viele Firmen erkennen Liquiditätsengpässe zu spät und haben dann keinen Handlungsspielraum mehr, wenn es um die Finanzierung geht“, erklärt Sievers. „Dies gilt insbesondere, wenn Anleihen oder andere endfällige Finanzierungen im Spiel sind, die in den vergangenen Jahren eine weite Verbreitung gefunden haben. Das kann schnell zu einer Insolvenz führen, wie einige Beispiele der jüngsten Vergangenheit besonders im Mittelstand gezeigt haben.“

Was die Finanzierungsmittel angeht, bewerten 60 Prozent der Firmen das Umfeld positiv, doch die meisten wollen ihr Wachstum aus eigener Kraft stemmen (90 Prozent). Greifen Unternehmen jedoch auf externe Finanzierungsquellen zu, bevorzugt die absolute Mehrheit weiterhin den klassischen Bankkredit (90 Prozent). (sno)

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