Bonn. Die Deutsche Post hat wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs ihre Gewinnerwartung für dieses Jahr deutlich um eine halbe Milliarde Euro senken müssen. Das Ziel für den operativen Jahresgewinn vor Zinsen, Steuern und Sonderposten (EBIT) werde von 2,9 auf 2,4 Milliarden Euro herabgesetzt, teilte der Konzern am Montag in Bonn mit. Das sind etwa zehn Prozent weniger als 2007 und 17 Prozent weniger als bisher prognostiziert. Die Tochter Postbank, die starke Belastungen von mehreren hundert Millionen Euro durch die internationale Finanzkrise zu verkraften hat, ist dabei nicht eingerechnet. Deren Einbrüche hätten das Ergebnis der Post noch weit stärker negativ geprägt. Für 2009 rechnet die Post, der vor allem anhaltend hohe Verluste in den USA zu schaffen machen, mit unsicheren Aussichten und schwierigem Geschäft. Die Aktien der Deutschen Post sackten nach Veröffentlichung der heruntergeschraubten Aussichten für das Gesamtjahr und der Eckdaten für das dritte Quartal um zeitweise mehr als 17 Prozent auf 7,95 Euro ab. Das EBIT-Ergebnis (vor Einmaleffekten) ging im dritten Quartal gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert um rund acht Prozent zurück. Dank einer Rückzahlung der Bundesregierung von mehr als einer Milliarde Euro fällt das tatsächliche Ergebnis mit diesem Effekt aber weit günstiger aus. Vom Konjunktureinbruch sei besonders das Expressgeschäft in den USA betroffen, teilte die Post mit. Auch die anderen Sparten (Brief/Logistik) würden in diesem Jahr nicht die bisherige Prognose erreichen. Im Expressgeschäft (Kurier/Pakete) in den USA, wo die Post mit ihrer Tochter DHL seit Jahren rote Zahlen schreibt, verzeichnete die Post eine „anhaltende Verschlechterung“. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Nach früheren Angaben rechnet die Post allein für 2008 mit einem Verlust in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar. 2009: Deutsche Post rechnet mit Rezession in einigen Industriestaaten Für 2009 erwartet die Post ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft und eine mögliche Rezession in einigen Industriestaaten. Das werde die Geschäftsaussichten für 2009 "voraussichtlich massiv beeinflussen". Die bisherige Prognose von rund 3,4 Milliarden Euro (nach Dekonsolidierung der Postbank) wurde zurückgenommen. Der Konzern werde eine neue Prognose abgeben, «sobald die wirtschaftlichen Aussichten abzuschätzen sind». Nach der Einigung mit der Deutschen Bank über den Verkauf von Postbank-Anteilen (29,75 Prozent) hatte die Post ihre Tochter aus der Jahresprognose für den Gesamtkonzern herausgenommen und das EBIT-Ziel (vor Sondereffekten) von 4,1 auf 2,9 Milliarden Euro gesetzt. Künftig werde das EBIT aus Transparenzgründen ohne Postbank angezeigt. Direkt aus dem Cash-Flow will die Post die geplante Kapitalerhöhung bei der Postbank finanzieren. Der Umfang des Engagements soll bei maximal einer Milliarde Euro liegen. Detaillierte Quartalszahlen wird die Post am 10. November vorlegen. Dabei will der Konzern auch über Sanierungsmaßnahmen im US-Expressgeschäft und das geplante Bündnis mit UPS informieren. (dpa/pi)
Deutsche Post senkt Jahresprognose um eine halbe Milliarde
Unternehmen leidet unter weltweitem Konkunturabschwung: Expressgeschäft in den USA besonders betroffen