18.05.2009 | Transport + Logistik

Deutsche Bahn: Ulrich Weber soll neuer Personalvorstand werden

Berlin. Bahnchef Rüdiger Grube kommt bei der Neubesetzung seines Vorstands voran. Der Arbeitsdirektor des Essener Industriekonzerns Evonik, Ulrich Weber, soll künftig das Personalressort der Deutschen Bahn leiten, wie am Montag aus Unternehmenskreisen bekannt wurde. Der 59-Jährige würde damit Nachfolger von Norbert Hansen, der aus Gesundheitsgründen aus dem Vorstand der Bahn ausscheidet. Die Bahn bestätigte die Personalie zunächst nicht: "Zu Personalspekulationen nehmen wir grundsätzlich keine Stellung", sagte ein Sprecher.

Als Konsequenz aus der Datenaffäre verlassen zum Monatsende auch Politik-Vorstand Otto Wiesheu sowie die Vorstandsmitglieder der Transporttochter DB Mobility Logistics, Margret Suckale (Personal) und Norbert Bensel (Logistik) die Deutsche Bahn.

Grube will die Zuständigkeiten im Vorstand neu ordnen. So wird ein eigenes Ressort für Datenschutz und Korruptionsbekämpfung geschaffen.
Dafür ist der Manager Gerd Becht im Gespräch, der bei Grubes früherem Arbeitgeber Daimler seit 2008 die Position eines Chief Compliance Officer innehat. Der englische Begriff Compliance steht für die Einhaltung von Gesetzen und Unternehmensrichtlinien.

Der Volljurist Weber soll offiziell bei einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Montag in den Vorstand berufen werden und einen Fünfjahresvertrag erhalten. Er soll nicht nur Hansen im Konzern, sondern auch Suckale bei der Tochter ersetzen. Weber gilt als ruhiger Typ, der das Vertrauen des Bahn-Aufsichtsratsvorsitzenden und Ex- Evonik-Chefs Werner Müller genießt. Er habe bei der Verschmelzung von Degussa, Steag und dem ehemaligen Immobilienzweig der RAG zur neuen Evonik in den Jahren 2006/2007 als Vermittler eine wichtige Rolle gespielt, hieß es. (dpa)

 
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