Deutsche Bahn: China-Containerzug wird Regelangebot

06.10.2008 17:38 Uhr
Chinazug
Ankunft in Hamburg: Die Deutsche Bahn setzt auf den Schienenweg nach China (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Die Bahn-Tochter DB Schenker startet nach den Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest Regelverkehr nach China

Hamburg. Die Deutsche Bahn-Gruppe will vom Februar 2009 an einen regelmäßigen, wöchentlichen Containerganzzug zwischen Norddeutschland und China rollen lassen. Das kündigte Norbert Bensel, DB-Schenker-Chef und Vorstand Transport und Logistik bei der DB Mobility und Logistics AG, heute in Hamburg an. Gemeinsam mit Bernd Bischoff, President und CEO der Fujitsu Siemens Computers, begrüßte er auf dem Rangierbahnhof Alte Süderelbe den aus Fernost kommenden „Trans Eurasia Express“. „Wir wollen diesen Zug zu einem Standardprodukt weiterentwickeln“, sagte Bensel vor Journalisten und Vertretern der beiden Unternehmen. In der Weiterentwicklung des neuen Produktes solle es neben einem reinen Company-Train – ein Ganzzug, der nur einem Kunden vorbehalten ist – auch einen „Public Train“ geben, mit dem mehrere Kunden bedient werden. Ob es künftig mehr Company- oder Public-Trains geben wird, lasse sich aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehen. Darüber hinaus soll der TransEurosia Express neben Hamburg im Bedarfsfall auch Nürnberg oder Duisburg bedienen. Der neue China-Deutschland-Zug sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen und vieler Fachabstimmungen zwischen den verschiedenen Partnern, allen voran den insgesamt sechs an dem Zug beteiligten Bahnen. Mit einer Regellaufzeit von rund 20 Tagen – bei einer Transportentfernung von mehr als 10.000 Kilometer – sei der Ganzzug eine interessante zeitliche, aber auch preisliche Alternative zum Seeschiff und zur vergleichsweise schnellen, aber sehr teuren Luftfracht, stellte Bensel klar. Neben dem Auftaktkunden Fujitsu Siemens Computers, der den Zug künftig als Company Train nutzen wird, sei man bereits ein Gesprächen mit Firmen aus anderen Branchen. Bensel betonte, dass man ein sehr großes Interesse daran habe, dass das neue Schienenprodukt auch für andere Speditions-und Logistikdienstleister von Nutzen sein könnte. Bensel wörtlich: „Wir sind offen für andere Spediteure.“ Fujitsu Siemens Computers-Topmann Bischoff kündigte an, dass sein Unternehmen in Zukunft gut 20 Prozent seines Frachtaufkommens zwischen Fernost und Deutschland mit dem TransEurasia Express bewegen wolle. Das Angebot sei eine interessante Alternative zur Seefracht und zum Lufttransport. Zudem weise der Zugtransport eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf als der Aircargo-Transport, so Bischoff. (eha)

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