Berlin. Arriva hat der geplanten Übernahme durch die Deutsche Bahn zugestimmt. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstagmorgen. Der Preis liege bei 1,59 Milliarden Pfund (1,83 Milliarden Euro). Die Bahn und das börsennotierte Unternehmen mit Sitz im nordenglischen Sunderland hatten seit Wochen über mögliche Kaufangebote gesprochen. Am Mittwochabend verlautete aus Kreisen des Bahn-Aufsichtsrats, dass Bahnchef Rüdiger Grube vom Kontrollgremium grünes Licht für eine Übernahmeofferte erhalten hat. Die Pläne stoßen bei der Opposition im Bundestag auf heftige Kritik. Der Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter forderte die Bundesregierung auf, einen solchen "Größenwahn" zu stoppen. Bahnchef Grube solle ein Konzept für einen besseren Bahnverkehr in Deutschland vorlegen, statt "die falsche und riskante Strategie" eines globalen Mobilitätsdienstleisters weiter zu verfolgen. Der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer warnte ebenfalls vor einer kostspieligen Expansion der Bahn auf Pump. Der Verkehrsclub Deutschland forderte, die Bahn solle sich auf heimische Strecken konzentrieren, statt verschuldete ausländische Unternehmen zu kaufen. Die Bahn müsse sich für eine Übernahme Geld am Kapitalmarkt leihen, wodurch ihr "ohnehin schon gewaltiger Schuldenberg" von 15 Milliarden Euro weiter wachse. Arriva mit Sitz im englischen Sunderland hat gut 42.000 Beschäftigte und betreibt auch in Deutschland über regionale Gesellschaften mehrere Netze für Nahverkehrszüge. Der börsennotierte Arriva-Mutterkonzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,15 Milliarden Pfund (3,56 Milliarden Euro) und erzielte einen Vorsteuergewinn von 121,7 Millionen Pfund (138 Milliarden Euro). (dpa)
DB: Arriva-Übernahme steht nichts mehr im Weg
DB-Sondersitzung: Aufsichtsrat genehmigt Übernahme von Arriva / Bahn soll 1,83 Milliarden Euro zahlen / Arriva stimmt Übernahme zu