Daimler will Preis für Kamaz drücken

30.09.2008 16:46 Uhr
Kamaz
Kamaz kann dereit gut 70.000 LKW pro Jahr herstellen (Bild: Kamaz)
© Foto: Kamaz

Verhandlungen über einen Einstieg bei Russlands größtem LKW-Hersteller / Internationale Finanzkrise lässt Börsenwert fallen

Moskau/Stuttgart. Der Autobauer Daimler will bei Verhandlungen über den Einstieg bei Russlands größtem LKW-Bauer Kamaz nach Moskauer Medienangaben den Preis deutlich drücken. Dabei gehe es um 42 Prozent der Kamaz-Aktien, die derzeit im Besitz des russischen Investmenthauses Troika Dialog seien, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Eine Daimler- Sprecherin sagte in Stuttgart, es werde derzeit geprüft, ob das Unternehmen bei Kamaz einsteige oder selbst ein LKW-Werk in Russland baue. Ende Juli hatte Daimler eine Entscheidung darüber bis zum Jahresende angekündigt. Bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung hätten sich Daimler und Troika Ende Juli auf einen Preis von etwas mehr als zwei Milliarden US-Dollar (1,4 Milliarden Euro) geeinigt, schrieb das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Damals habe der Börsenwert von Kamaz noch bei 3,9 Milliarden US-Dollar gelegen. Er sei aber infolge des Sturzes an der russischen Börse bis zum vergangenen Montag auf 1,76 Milliarden US-Dollar gefallen. Russische Analysten bewerteten das 42-Prozent-Paket mit maximal 740 Millionen Dollar, wie die Zeitung schrieb. Troika Dialog und Kamaz wollten die Informationen nicht kommentieren. Kamaz ist nach eigenen Angaben größter Nutzfahrzeug-Hersteller in Russland. Weltweit stehe er an elfter Stelle. Zugleich zähle das Unternehmen zu den weltweit größten Hersteller von Dieselmotoren. Der Konzern beschäftigt rund 59.000 Arbeitnehmer. Die Produktionskapazität wird mit 71.000 LKW, 60.000 Motoren sowie 1500 Bussen pro Jahr angegeben. Mit 53.000 in Russland verkauften Lkw ist das Unternehmen den Angaben zufolge 2007 auf einen Marktanteil von 25 Prozent gekommen. Der Umsatz lag bei 3,8 Milliarden US-Dollar. Daimler verkaufte im vergangenen Jahr in Russland 1300 LKW. Insgesamt seien im vergangenen Jahr landesweit 154.000 Laster über sechs Tonnen abgesetzt worden. In den kommenden zwei Jahren rechnet Daimler mit einem Wachstum des Marktes um rund 20 Prozent. Insbesondere die Nachfrage nach schweren LKW treibt diese Entwicklung massiv an. (dpa)

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