15.04.2009 | Transport + Logistik

Daimler bleibt in Indien - Gemeinschaftsunternehmen gescheitert

Stuttgart/Chennai (Indien): Das für die Produktion von Lastwagen in Indien gegründete Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und der indischen Hero Group ist gescheitert. Daimler hält aber an seinen Plänen in Indien fest. Angesichts der Wirtschaftskrise habe Hero seinen 40-prozentigen Anteil an dem Joint Venture zurückgegeben, teilte die Daimler AG am Mittwoch in Stuttgart mit. Die Stuttgarter Autobauer hält jetzt 100 Prozent an dem Unternehmen. „An unseren Plänen zur Lkw-Produktion in Chennai ändert sich nichts“ sagte Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler.

Offenbar ist dem indischen Mischkonzern Hero bei seinen Expansionsplänen finanziell die Luft ausgegangen. Von den ursprünglich geplanten 700 Millione Euro für den Aufbau der Lastwagenproduktion hätte Hero fast 500 Millionen Euro aufbringen müssen. Angesichts des rückläufigen Marktes „sowie unserer Finanzkraft“ wolle Hero von einem Engagement im Nutzfahrzeugbereich Abstand nehmen, hieß es in einer Erklärung der Inder.

Nun muss Daimler die 700 Millionen in den kommenden vier Jahren alleine zahlen. Allerdings war in Konzernkreisen zu erfahren, dass man wieder auf Suche nach einem indischen Vertriebspartner gehen werde. Die Expansionspläne in Indien gehen die Stuttgarter aber angesichts der Wirtschaftskrise, die auch den Subkontinent erfasst hat, mit „gebremsten Schaum“ an, wie es hieß. „Das gibt uns etwas Zeit, denn wir werden keine neuen Produkte in die Rezession hinein positionieren“, sagte Renschler.

Der Bau der Fabrik in der Stadt Chennai geht aber wie geplant weiter. Dort sollten von 2010 an sollen bis zu 70 000 Lastwagen jährlich für den indischen Markt gebaut werden; später sollten auch andere Schwellenländer beliefert werden. Schon heute arbeiten in Chennai 300 Angestellte. Geplant waren für die Fabrik 2000 Mitarbeiter.

Daimler und Hero hatten das Gemeinschaftsunternehmen im April 2008 gegründet. Der von der Familie Munjal gegründete Mischkonzern Hero erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von mehr als vier Milliarden US- Dollar (2,5 Mrd Euro). Das Joint Venture von Hero und Honda gilt als der weltgrößte Motorradhersteller. Hero wolle sich nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren, hieß es. (dpa/ak)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

15.04.2009Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.