Daimler beendet Kurzarbeit in deutschen LKW-Werken

19.04.2010 16:26 Uhr
Weniger Neuzulassungen im Jahr 2009
In den Daimler-Werken Wörth und Gaggenau läuft die Kurzarbeit früher aus
© Foto: Daimler

Nachfrage zieht an: Kurzarbeit in Wörth und Gaggenau läuft früher aus / Neuer Tarifabschluss in den USA

Stuttgart. Daimler beendet wegen der anziehenden Nachfrage nach Lastwagen die Kurzarbeit in den deutschen Werken. An den Standorten Wörth und Gaggenau werde die Kurzarbeit bereits Ende Mai auslaufen und damit einen Monat früher als geplant, teilte Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler am Montag in Stuttgart mit. In den Werken Mannheim und Kassel läuft die Regelung wie vereinbart bis Ende Juni. Ende März waren Daimler zufolge noch 11.300 Beschäftigte in der Lastwagenproduktion in Kurzarbeit. „Durch die Kombination der hohen Flexibilität in den Werken mit dem Instrument der Kurzarbeit konnten wir in Deutschland, bei einem Nachfrageeinbruch von knapp 50 Prozent im Jahr 2009, Entlassungen vermeiden und gleichzeitig unsere Stammbelegschaft und damit das Know-how an Bord halten“, erklärte Renschler. Im Sommer sollen im Montagewerk Wörth sogar wieder bis zu 300 Ferienarbeiter eingestellt werden, um die neuen Aufträge fristgerecht erfüllen zu können. In den deutschen Pkw-Werken des Autobauers ist die Kurzarbeit bereits so gut wie beendet. Nur in Berlin und Bremen gelten noch für rund 1000 Mitarbeiter kürzere Arbeitszeiten. Neuer Tarifvertrag in den USA Für seine Lastwagensparte hat Daimler in den USA einen neuen Tarifvertrag mit der mächtigen Autogewerkschaft UAW (United Auto Workers) vereinbart. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, zielt der neue Vertrag auf eine höhere Flexibilität beim Einsatz der Arbeitskräfte sowie eine effizientere Fertigung und damit einhergehende Kostensenkungen. Im Gegenzug wurden Produktionszusagen gemacht und der Erhalt von Arbeitsplätzen zugesichert. Der neue Vertrag läuft über drei Jahre und gilt für drei US-Werke. Diese Standorte beschäftigen zusammen rund 1640 Mitarbeiter. Sie fertigen Lastwagen der Marke Freightliner sowie Komponenten. Die Daimler-Lastwagensparte hatte im vergangenen Jahr mit einem weltweiten Absatzrückgang von 45 Prozent zu kämpfen und fuhr ein negatives operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro ein. In den USA sank der Absatz im dritten Jahr in Folge. Der Konzern reagierte mit umfassenden Umstrukturierungen, stellte die Lastwagenmarke Sterling ein, schloss ein Werk und strich rund 3500 Stellen. (dpa)

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