11.08.2009 | Transport + Logistik

Creditreform: Finanzlage der Verkehrs- und Logistikbetriebe verschlechtert sich

München. Die Wirtschaftskrise hat den Verkehrs- und Logistiksektor nach wie vor fest im Griff. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Vor allem die finanzielle Situation der Betriebe macht dem Inkassodienstleister Sorgen. So gelten im zweiten Quartal 2009 423 Betriebe pro 10.000 Unternehmen als akut insolvenzgefährdet. Das ist der höchste Wert aller untersuchten Wirtschaftszweige. „Die Gefahr einer Insolvenz ist um 86 Prozent höher als im gesamtwirtschaftlichen Mittel“, heißt es in dem Bericht.

Zudem weisen die Verkehrs- und Logistikunternehmen das schlechteste Zahlungsverhalten aller untersuchten Branchen aus. Die mit dem ausstehenden Rechnungsbetrag gewichtete Überfälligkeit erhöhte sich binnen eines Quartals von 15,73 auf 17,01 Tage. In keinem Quartal der letzten drei Jahre wurde ein solch hoher Wert gemessen.

„Der Verkehrs- und Logistiksektor ist am schwersten von der Rezession betroffen“, schreiben die Creditreform-Experten weiter. Die Negativmeldungen für diese Branche überwiegen weiterhin, wenn auch nur noch knapp. Trotz der insgesamt weiterhin schwierigen Situation hat sich der ermittelte Geschäftsklimaindex im zweiten Quartal leicht verbessert. Er ist von minus 7,5 Punkte (1. Quartal 2009) auf minus 5,8 Punkte gestiegen. Daher geht Creditreform davon aus, dass die Talsohle der Krise mittlerweile erreicht ist. So könnte sich auch die Gewinnsituation in der Verkehrs- und Logistikwirtschaft erholen, heißt es in dem Bericht weiter. Denn es erwarten 18,4 Prozent der Betriebe Gewinnsteigerungen, während 24,1 Prozent davon ausgehen, keine schwarze Zahlen zu erwirtschaften. Damit hat sich die Erwartungshaltung bezüglich des Teilindikators Ertrag von minus 52,0 Punkten auf minus 5,7 Punkte deutlich verbessert. (cd)

 
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