24.10.2008 |

Containerwachstum im Hafen Rotterdam fällt spürbar geringer aus

Rotterdam. Der Hafen Rotterdam stellt sich für 2009 auf eine „deutliche“ Verlangsamung des Seegüterumschlags ein. Diese Einschätzung gab Hans Smits, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam (HbR), anlässlich der Vorlage der Umschlagzahlen für den Zeitraum Januar bis September. Mit rund 321 Millionen Tonnen gingen in diesem Zeitraum rund 6,1 Prozent mehr Güter über die Kaikanten. Bis Jahresende rechnet Smits mit einem Plus von „vier bis fünf Prozent“ auf rund 420 Millionen Tonnen.

Die Mengenentwicklung verlief in den unterschiedlichen Gütersegmenten allerdings uneinheitlich. Der Massengutbereich – Flüssigladung sowie Saug- bzw. Greifergüter – verbesserte sich bis September um gut sieben Prozent auf 219 Millionen Tonnen, während das Stückgutsegment – containerisiertes und konventionelles Stückgut sowie Ro/Ro-Ladung – mit rund 102 Millionen Tonnen um gut vier Prozent besser da steht als vor einem Jahr.

Im aktuellen Berichtszeitraum gingen rund 8,2 Millionen Standardcontainer (TEU) über die Kaikanten, ein Plus von gut zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Gewichtsbasis entfallen auf die Containeraktivitäten rund 82 Millionen Tonnen (plus sechs Prozent). Die Entwicklung im Containergeschäft wird maßgeblich geprägt durch Rückgänge im Fernost-Europa-Geschäft sowie dem Verkehr mit Großbritannien und Irland. Denn Rotterdam spielt als Transshipment-Standort für diese beiden Länder schon seit Jahren eine sehr wichtige Rolle. Auch die Ro/Ro-Verkehre leiden unter der Konjunkturschwäche in Großbritannien. Dass es unterm Strich noch zu einem Plus kam, liegt auch an dem Brand im Eurotunnel vor wenigen Wochen und den damit verbundenen Transporteinschränkungen. Somit kam es zu – kurzfristig wirkenden – Verlagerungen auf Ro/Ro-Schiffe.

Sehr deutlich fiel der Rückgang beim konventionellen Stückgut aus – knapp 15 Prozent weniger auf rund sechs Millionen Tonnen. Hier wirkt sich immer noch die im Dezember 2007 vollzogene Einstellung des LASH-Verkehrs mit den USA aus. Die dadurch entfallenen Mengen ließen sich bislang noch nicht ausgleichen.
Beim Massengut wirken sich vor allem erhebliche Mengenzuwächse beim so genannten „Agribulk“ – also Getreide und Futtermittel – positiv aus (plus 26 Prozent). Sehr gute Getreideernten in Europa führen dazu, dass die Lagerhalter in Rotterdam gut ausgelastet sind. Positiv entwickelt sich auch der Kohlen-Import, der vor allem von der anhaltend hohen Nachfrage aus Deutschland getragen wird.

An flüssigem Massengut wurden im Berichtszeitraum erfreuliche Zuwächse (plus sieben Prozent) beim Rohöl auf 76 Millionen Tonnen erzielt. Mineralölerzeugnissen wurden 44 Millionen Tonnen umgeschlagen (plus ein Prozent). So spürt der Rotterdamer Hafen die Nachfragezurückhaltung bei den Reedereien nach Schweröl, weil die Unternehmen angesichts der sehr hohen Bunkerkosten ihre Schiffe langsamer fahren lassen. Das wiederum zieht einen geringeren Bunkertreibstoffverbrauch nach sich. (eha)

 
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24.10.2008Artikelinformationen

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