21.10.2009 | Transport + Logistik

BVL-Chef Klinkner sieht Talsohle erreicht

Berlin. Die Logistikbranche hat die Wirtschaftskrise relativ gut überstanden. „Die Talsohle der Wirtschaftskrise müsste erreicht sein“, sagte Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands der Bundesvereinigung Logistik (BVL) zur Eröffnung des 26. Deutschen Logistikkongresses in Berlin. Für 2009 rechnet der BVL-Chef mit einem Rückgang des Logistikumsatzes in Deutschland von sechs bis neun Prozent auf 200 Milliarden bis 205 Milliarden Euro nach 218 Milliarden Euro im Vorjahr. „2008 war ein Peak-Jahr“, betonte Klinkner. Dennoch bleibe die Branche auf einem hohen Niveau. Für 2010 rechnet die BVL mit einem Umsatz von 202 Milliarden bis 208 Milliarden Euro.

Klinkner warnte jedoch vor voreiliger Jubelstimmung: „Dem Wachstum könnte bereits im zweiten Quartal 2010 die Puste ausgehen.“ Deshalb erwarte er für das kommende Jahr ein insgesamt moderates Wachstum. „Die Branche bleibt jedoch auf einem hohen Niveau“, betonte Klinkner. Dies unterstreiche die Bedeutung der Logistik für die Gesamtwirtschaft.

Die Wirtschaftskrise wird auch auf dem Arbeitsmarkt die bisherige Boombranche Logistik treffen. Nach jahrelangem Fachkräftemangel, erwartet Klinkner für 2009 einen Rückgang der Anzahl der Arbeitsplätze um 100.000 auf rund 2,7 Millionen Stellen. Bereits für 2010 sei jedoch wieder eine höhere Nachfrage nach Fachkräften zu erwarten.

Der 26. Deutsche Logistikkongress spürt ebenfalls die Auswirkungen der Krise. Die BVL erwartet bis Freitag gut 3000 Gäste aus Industrie, Handel, Wissenschaft und von Logistikdienstleistern. Vergangenes Jahr kamen noch deutlich mehr als 3500 Besucher. „Wir stellen fest, dass die Unternehmen pro Stand weniger Teilnehmer schicken“, sagte Klinkner. (sb)

Lesen Sie aktuelle Kurzmeldungen live von den VerkehrsRundschau-Redakteuren auf dem Deutschen Logistikkongress unter http://www.twitter.com/vr_online

 
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