Es gibt viele politische Biografien. Wenige allerdings beschäftigen sich mit Politikern, die noch nie ein öffentliches Amt innehatten – so wie Guido Westerwelle. Dennoch widmet sich der FAZ-Redakteur Majid Satar dem FDP-Vorsitzenden, der sich anschickt, nach der Bundestagswahl sein erstes Staatsamt, eventuell als Außenminister, anzutreten. Viele Stempel wurden Westerwelle schon verpasst: aalglatter Karrierist, Anti-Joschka, Mr. 18 Prozent. Satar bringt es so auf den Punkt: „Er ist die Ikone der Generation Ich.“ Die Biografie beschreibt Westerwelles Werdegang von seiner Kindheit über seine Zeit als Jungliberaler, Generalsekretär, Parteivorsitzender bis hin zum Oppositionsführer. Dabei erfährt man viel Interessantes und Amüsantes über sein Leben. So hat er sich in den Augen seines Lehrers „schnell eine Meinung gebildet und diese mit seinem ausgeprägten Mundwerk sehr selbstsicher vertreten.“ Spannend seine ersten Politikversuche als Jungliberaler und sein Kampf für die Anerkennung der „Julis“ als FDP-Jugendorganisation. Auch der Weg zum Vorsitzenden der Liberalen und die Auseinandersetzung mit Möllemann wird ausführlich dargelegt. Am spannendsten ist die Biografie jedoch dort, wo sie den detailliert beschriebenen, historischen Werdegang des FDP-Politikers verlässt und sich mit dem „Ich“ des Politikers beschäftigt. Die Ausführungen sind dabei kritisch, ausgewogen und persönlich – auf jeden Fall sind sie lesenswert. Pflichtlektüre für politisch Interessierte. Spätestens ab September. (tr) Majid Satar, „und das bin ich!“ Guido Westerwelle. Eine politische Biografie. Olzog, München 2009, 288 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3-7892-8303-1
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