Spitzelskandal, gebrochene Zugachsen, Zugausfälle und -verspätungen: Die Deutsche Bahn produziert seit Jahren fast ausschließlich negative Schlagzeilen. Den Gründen für dieses Desaster gehen die beiden Journalisten Christian Esser und Astrid Randerath in ihrem "Schwarzbuch Deutsche Bahn" nach.
Sie untersuchen dabei Kapitel für Kapitel das Verhältnis der Bahn zu ihren Kunden, zu den Mitarbeitern oder zur Politik. Auch die Themen Sicherheit und Umwelt bekommen einen eigenen Abschnitt im Schwarzbuch, wenn etwa "Die grüne Lüge der DB AG" oder "Die vergessenen Unfälle" unter die Lupe genommen werden.
Die Autoren bleiben in ihrer unterhaltsam-polemischen Analyse jedoch häufig an der Oberfläche – richtig viel Neues erfährt der informierte Leser nicht. Bedauerlich: Auch das Thema Güterverkehr auf der Schiene findet überhaupt nicht statt. Und so ist das Schwarzbuch zwar eine interessante Lektüre, aber wohl nur etwas für unregelmäßige Bahnfahrer und nichts für Eisenbahnexperten. (tr)
Christian Esser, Astrid Randerath, Schwarzbuch Deutsche Bahn. C. Bertelsmann Verlag, München 2010, 299 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-570-10036-3