In seiner Autobiografie „Die Lok zieht die Bahn“ rechnet Ex-GDL-Chef Manfred Schell mit der Deutscher Bahn und „Rumpelstilzchen“ Hartmut Mehdorn ab. Die Lokführer arbeiten zu viel und verdienen zu wenig“, kritisierte Schell 2007 nachdem der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn sich seine Gehälter um 288 Prozent erhöht hatte. Bevor sich der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nur ein Jahr später in den Ruhestand verabschiedete, trotzte er Bahnchef Mehdorn noch einen eigenständigen Tarifvertrag und elf Prozent mehr Lohn für seine Leute ab. In seiner Autobiografie „Die Lok zieht die Bahn“ gewährt der Lokführersohn jetzt einen Blick hinter die gewerkschaftspolitischen Kulissen: Neben dem umstrittenen Kräftemessen mit dem mächtigen Staatsunternehmen erinnert sich der unbequeme Arbeiterführer darin auch an die Gründung der Ost-GDL, der ersten freien DDR-Gewerkschaft, im Januar 1990 und seine Karriere als CDU-Abgeordneter. In acht schnörkellos erzählten Kapiteln gibt Schell aber auch eine persönliche Seite preis, berichtet von seiner Kindheit in Aachen und dem Aufstieg vom Maschinenschlosserlehrling zum Lokomotiv-Betriebsinspektor. (ag) Manfred Schell, Die Lok zieht die Bahn. Autobiografie, Rotbuch Verlag, Berlin 2009, 19,90 Euro, 224 Seiten, ISBN 978-3-8678-9059-5
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