Brüderle: Konjunkturschaden durch Luftraumsperre begrenzt

21.04.2010 11:51 Uhr
Rainer Brüderle, Wirtschaftsminister
Rainer Brüderle
© Foto: ddp/Michael Kappeler

Bundeswirtschaftsminister: Kein Anlass für "Worst-Case-Szenario" / Es werde Aufhol- und Verlagerungsprozesse geben

Berlin. Der volkswirtschaftliche Schaden für Deutschland durch die mehrtägige Luftraumsperrung wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung "in Grenzen halten". Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte am Mittwoch in Berlin, für ein "Worst-Case-Szenario" (die schlimmsten Annahmen) bestehe kein Anlass. Es werde auch Aufhol- und Verlagerungsprozesse anderer Wirtschaftsbereiche geben. Es könne zwar Risiken geben für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen, sagte Brüderle bei der Vorlage der neuen Frühjahrsprognose der schwarz-gelben Bundesregierung. Eventuellen Schadenersatzforderungen von Fluggesellschaften sieht Brüderle gelassen entgegen. Er sagte am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin", die Kosten der europäischen Luftraumsperrung nach dem Vulkanausbruch auf Island würden sich im Laufe der Zeit von selbst ausgleichen. "Mein erster Eindruck ist, dass das im Gesamtvolumen verkraftbar ist", sagte der Wirtschaftsminister. Sollten einzelne Unternehmen in Existenznot geraten, müsse man das prüfen. "Fair, wie wir sind, werden wir mit allen Betroffenen reden." Die Lufthansa als größte deutsche Fluggesellschaft habe aber bereits angekündigt, auf Staatshilfen zu verzichten, sagte der Minister. Nach tagelangem Chaos soll von diesem Donnerstag an ein Stück weit Normalität in die europäische Luftfahrt einkehren. In Deutschland und den meisten anderen Ländern sollen alle planmäßigen Flüge stattfinden. (dpa)

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