26.04.2010 | Transport + Logistik

Briefdienstleister Xanto meldet Insolvenz an

München/Düsseldorf. Der Briefdienstleister Xanto meldete am Donnerstag Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit an. Die Geschäfte sollen aber unverändert weiter laufen. Das sagte Christian Holland-Moritz, geschäftsführender Gesellschafter, gegenüber der VerkehrsRundschau.

Insolvenzantrag gestellt haben laut Holland-Moritz konkret die Xanto Mail GmbH in Düsseldorf, die Xanto Logistics GmbH in München sowie die Xanto GmbH & Co. KG in München. "Die Insolvenz trifft das Unternehmen schwer", so Holland-Moritz, zumal Xanto erst im letzten Jahr die Sanierung des 2008 von der insolventen Pin-Gruppe übernommenen Unternehmens erfolgreich abgeschlossen habe. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist die Kanzlei Görg in Köln.

Als Grund für die drohende Zahlungsunfähigkeit und die gefährdete Zukunft des Unternehmens nennt der Firmengründer den kurzfristigen Wegfall des Großkunden Vodafone, der kurzfristig die Zusammenarbeit aufgekündigt habe und vermutlich recht bald mit der Deutschen Post DHL seine Briefsendungen abwickeln werde. Laut Holland-Moritz betreibe die Deutsche Post „mit Niedrigpreisangeboten Versuche, verloren gegangene Kunden zurück zu gewinnen und gefährdete, nicht-vorsteuerabzugsberechtigte Kunden wie etwa Banken und Versicherungen zu halten“. Dies sei ihr „hunderte Millionen von Euro wert“, auf die sie durch hohe Rabatte verzichte, die sie Großkunden nun einräume, moniert der Geschäftsführer.

Von der Insolvenz betroffen sind laut Holland-Moritz 25 Mitarbeiter sowie 110 Zustellunternehmen und 30 Transportunternehmen. Andererseits zeigt er sich zuversichtlich, dass das Unternehmen noch eine Zukunft habe, zumal das Werbepost-Aufkommen in den letzten Monaten wieder deutlich gestiegen sei. Denkbar sei es, dass sich Xanto nun verstärkt auf den Versand von Katalogen und Werbesendungen fokussiere. Namhafte Kunden von Xanto sind unter anderem die Schweizer Post, die französische Post und die österreichische Post. (eh)

 
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