Bremen/Hamburg. Auch in den Bremischen Häfen soll ein elektronisches LKW-Voranmeldungs-System für die Terminals eingeführt werden. An diesem gemeinsamen Ziel arbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Senators für Wirtschaft und Häfen, Martin Günthner (SPD). Dem Gremium gehören darüber hinaus Experten der großen Containerterminals Eurogate, MSC Gate sowie NTB, der Hafengesellschaft Bremenports und der Fachgruppe „Containerverkehre der Deutschen Seehäfen e.V." an. Durch diese elektronische Voranmeldung soll die LKW-Abfertigung an den Terminals nachhaltig verbessert und damit Staus und lange Wartezeiten vermieden beziehungsweise deutlich verringert werden.
Zwar gebe es schon heute die Möglichkeit für die Trucking-Unternehmen, Containeranlieferungen beziehungsweise -abholungen am Vortag bei den Terminals anzumelden. Eine umfassende Nutzung scheitert nach Erkenntnissen von Häfensenator Günthner aktuell jedoch an „den fehlenden technischen Möglichkeiten" der meisten Beteiligten. Derzeit werden durch die Fachleute in der Arbeitsgruppe verschiedene Software-Entwicklungen für das elektronische Terminal-Avis getestet. Häfensenator Günthner setzt aufs Tempo, weil der Containerumschlag seit einigen Monaten in Bremerhaven wieder anzieht. „Die Voranmeldung von Trucks gibt den Containerterminal-Betreibern die Möglichkeit, den Einsatz der Ressourcen entsprechend zu planen."
Hamburg bereits einen Schritt weiter
In Hamburg ist die elektronische Voranmeldung bereits auf einem Erfolg versprechenden Weg, bestätigte Hans Stapelfeldt, Leiter des Arbeitskreises Verkehr bei der Logistik Initiative Hamburg (LIHH), im VerkehrsRundschau-Gespräch. Gut ein Drittel der Containersendungen würden schon jetzt über verschiedene Verfahren auf elektronischem Wege vorangemeldet und damit administrativ abgehandelt. Stapelfeldt: „Wir wollen aber mehr. Ein Anteil von 50 Prozent ist das Ziel in den kommenden Monaten." Denn „die Umschlagmengen ziehen erfreulicherweise wieder an".
Die schnellere LKW-Abfertigung an den Terminals nutze nicht nur den Umschlagbetrieben und den Transportbetrieben, sondern leiste überdies einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Denn Staus führten direkt zu einem höheren Schadstoffausstoß. Das Thema elektronische Voranmeldung werde in der Elbe-Stadt sowohl von der LIHH als auch der Behörde für Wirtschaft und Arbeit vorangetrieben. Eine Schlüsselrolle komme auch dem Hamburger Hafen-IT-Provider Dakosy AG zu, betonte Stapelfeldt. Die Arbeiten im größten deutschen Universalhafen stießen übrigens auf ein großes Interesse auch im benachbarten europäischen Ausland, aus dem ja viele Lkw-Trucking-Firmen regelmäßig Transporte von und nach Hamburg durchführten. „Wir haben unsere Konzepte erst kürzlich in Dänemark vor einem größeren Fachpublikum vorgestellt", sagte Stapefeldt weiter. (eha)