Bremen. Die Bremischen Häfen steuern weiter auf Wachstumskurs. Das belegen die am Dienstag vorgelegten Zahlen des Statistischen Landesamtes Bremen für den Zeitraum Januar bis September 2008. Danach wurden an den Kaianlagen der Bremischen Häfen - bestehend aus den Hafengruppen Bremen-Stadt und Bremerhaven - in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Seegüterverkehr rund 57,1 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das entspricht einem Umschlagplus von gut 5,3 Millionen Tonnen oder 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahrersvergleichszeitraum. Das Gesamtaufkommen verteilte sich auf gut 11,5 Millionen Tonnen (Anteil: 20,1 %) auf die in der Stadt Bremen gelegenen Hafenanlagen. Der Löwenanteil wurde jedoch in der Hafengruppe Bremerhaven bewältigt, wo im aktuellen Berichtszeitraum rund 45,6 Millionen Tonnen anfielen. Bedingt durch die Konzentration des Containerverkehrs sowie des bis Ende September noch gestiegenen Automobilumschlags haben sich die Gewichte weiter zugunsten Bremerhavens verschoben. Vor zehn Jahren noch entfielen auf die Umschlaganlagen der Seestadt gut 60 Prozent des Gesamtumschlags der Bremischen Häfen. In den so genannten Stadt-Bremischen Häfen wird das mit Abstand bedeutendste Güteraufkommen im Bereich Industriehafen bewegt: Innerhalb des Berichtszeitraums waren es gut 5,2 Millionen Tonnen. Das entspricht gut 45 Prozent des Gesamtumschlagsaufkommens in Bremen-Stadt. In der weiteren Rangfolge tauchen der „Mittelsbürener Hafen“ mit 3,2 Millionen Tonnen (Anteil in Bremen-Stadt: 28 Prozent), der „Neustädter Hafen“ mit 1,9 Millionen Tonnen (16,7 Prozent) sowie der „Holz- und Fabrikenhafen“ mit 0,6 Millionen Tonnen (5,6 Prozent). In Bremerhaven nimmt der Umschlagbereich „Stromkaje“ den ersten Platz in der lokalen Rangfolge ein. Hinter der gut fünf Kilometer langen Kaimauer erstrecken sich die verschiedenen Containerterminals. Erst am 12.September wurde mit dem Abschnitt „CT IV“ der letzte Abschnitt der Stromkaje offiziell in Betrieb genommen. Das Güteraufkommen im Stromkaje-Bereich belief sich im aktuellen Berichtszeitraum auf gut 41,5 Millionen Tonnen. Damit wurden in diesem, direkt an die Weser grenzenden Hafenteil mehr als 90 Prozent der Bremerhavener Gütermenge umgeschlagen. Den zweiten Platz in der Seestadt belegte der „Nordhafen“ mit 1,6 Millionen Tonnen (Anteil: 3,5 Prozent), gefolgt vom „Kaiserhafen II“ mit rund 1,1 Millionen Tonnen (2,4 Prozent). An den übrigen Hafenplätzen fielen im Berichtszeitraum weniger als eine Million Tonnen an. Zu den aktuellen Großbauvorhaben in Bremerhaven gehört die Errichtung der neuen Kaiserschleuse. Sie soll 2010 fertig gestellt werden. Ihre Baukosten werden auf mehr als 230 Millionen Euro veranschlagt. Der Neubau wird erforderlich, weil in den für Bremerhaven sehr wichtigen Neufahrzeugverkehren ebenfalls immer größere Schiffe zum Einsatz kommen. (eha)
Bremische Häfen: Bremerhaven wird als Standort immer wichtiger
Statistisches Landesamt schlüsselt Umschlagergebnis für den Neunmonatszeitraum für den Zwei-Hafen-Stadtstaat Bremen auf