02.02.2012 | Transport + Logistik

Bremer OHB erhält Zuschlag für Galileo-Satelliten

Brüssel/Bremen. Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB wird acht weitere Satelliten im Wert von 250 Millionen Euro für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo bauen. Der entsprechende Vertrag wurde am Donnerstag in London unterzeichnet, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Für die Bremer ist es ein Anschlussauftrag, sie fertigen bereits 14 Satelliten für Europas Prestigeprojekt. Beworben hatte sich auch EADS-Astrium mit Sitz in Ottobrunn.

Mit dem Galileo-System will Europa von Ende 2014 an die Vormacht des US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) brechen. Galileo soll weltweit metergenaue Positionsbestimmungen ermöglichen. Autos, Schiffe, Rettungsdienste, aber auch Industrie und Landwirtschaft könnten die Navigation nutzen. Seit Oktober 2011 sind die ersten beiden Satelliten im All, am Ende soll Galileo 30 Satelliten umfassen.

Immer wieder brachten Verzögerungen im Zeitplan und höhere Kosten Galileo in die Kritik. Der Betrieb war eigentlich schon für 2008 geplant. Die Kosten werden inzwischen auf sieben Milliarden Euro veranschlagt und sind damit doppelt so hoch wie gedacht. Nun will die EU das Projekt vorantreiben. „Die heutigen Unterschriften bedeuten, dass das Programm planmäßig und innerhalb des verfügbaren Finanzrahmens verläuft“, sagte EU-Industriekommissar Antonio Tajani.

Tajani lobte Europas „höchst wettbewerbsfähige Raumfahrtindustrie“. Der Bremer Satellitenbauer OHB sprach von einem Erfolg: Der erneute Zuschlag für OHB sei „gleichzeitig auch Anerkennung unserer bereits geleisteten Arbeit im Galileo-Programm“, sagte der Vorstandsvorsitzende von OHB System, Marco R. Fuchs.

OHB hatte den ersten Auftrag für die Satelliten im Januar 2010 erhalten, was dem Konzern einen Schub gab. Innerhalb von nur zwei Jahren entstanden allein am Bremer Standort rund 150 neue Arbeitsplätze. Aktuell sind es 450 Mitarbeiter, davon arbeiten 100 im Galileo-Team. Die OHB-Gruppe beschäftigt insgesamt 2300 Mitarbeiter.

Um die Satelliten ins All zu bringen, setzt die EU auf das französische Raumfahrtunternehmen Arianespace. Für eine Gebühr von 30 Millionen Euro kaufte die EU eine Reservierung für bis zu drei Starts mit Ariane-5-Raketen. Derzeit bringen russische Sojus-Trägerraketen die Satelliten in den Weltraum. Astrium SAS soll für ebenfalls 30 Millionen Euro die derzeit genutzte Ariane-5-Rakete umbauen. (dpa) 

 
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