09.07.2010 |

Branchenweite Resolution gegen Luftverkehrssteuer verabschiedet

Mainz. Unternehmen, Arbeitnehmer-Vertretungen, Verbände und Gewerkschaften der Flugbranche fürchten eine Verlagerung von Flügen ins benachbarte Ausland, falls die Luftverkehrsabgabe umgesetzt wird. Aus diesem Grund verabschiedeten die Gegner heute auf Initiative des rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Hendrik Hering (SPD) eine Resolution gegen die Einführung der Abgabe, in der der deutsche Bundestag aufgefordert wird, der Steuer nicht zuzustimmen.

Die "Luftverkehrssteuer (LuftVSt)" ist Teil des Sparpaketes der Bundesregierung im Umfang von einer Milliarde Euro. Sie soll von allen in Deutschland abfliegenden Passagieren erhoben werden. In der jetzt diskutierten Ausformung ist die Höhe der Abgabe, geschätzte 10 bis 15 Euro, nun von der Flugstreckenlänge sowie der Buchungsklasse abhängig, nicht mehr vom CO2-Ausstoß.

Dabei wird ausschließlich für gewerbliche Beförderung von Passagieren kassiert. Das heißt, der Frachtverkehr sowie mit dem Privatjet reisende Personen sind ebenso wie umsteigende Transitpassagiere von der Steuer nicht betroffen. Dennoch können die Verlagerungen von Passagierflügen für die Luftfracht nicht ohne Folgen bleiben, denn etwa 50 Prozent der Luftfracht wird in den Frachträumen der Passagiermaschinen befördert. Dieser wird dann fehlen, der verbleibende Frachtraum könnte sich verteuern. 

Verlagerungen ins Ausland befürchtet

Wirtschaftsminister Hering kritisierte die Abgabe, da die Luftfahrtbranche bereits 2013 in den Emissionshandel einbezogen und mit gut 300 Millionen Euro jährlich belastet werden soll. Neben der Verlagerung von Arbeitsplätzen erwartet er auch die Verlagerung von Wertschöpfung in grenznahe Auslandsstandorte. Er sehe keine zusätzlichen Einnahmen für die Bundeskassen, da das Geld an anderer Stelle verloren geht.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) rechnet nach Aussage seines Geschäftsführers Michael Engel mit einem Passagierverlust in Höhe von fünf Millionen und dem Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen ins benachbarte Ausland. Er nannte die Steuer eine "Mogelpackung". Sie werde unter dem Deckmantel der Ökologie verkauft, sei aber "ökologisch kontraproduktiv", weil die Menschen nun ins Ausland reisten, um wegzufliegen. Jean Christoph Debus, Vorstandsmitglied bei Air Berlin, bezeichnete die Abgabe als ein "Konjunkturprogramm für ausländische Airlines". (jkh/dpa)

 
Anzeige
 

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

09.07.2010Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: Kohagen)

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 08.02.2012 | Recht + Geld
    Kaufland und Netto im Visier der Zollfahnder
    V 480 Truck meint: Lohndumping ist in der Transportbranche alltag. Da hat der Zoll noch viel zu tun[mehr…]
  • 08.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    V480 Truck meint: Gigaliner,Die Hersteller und die Politik ziehen an einem Strang um den Umsatzsatz mit Neufahrzeugen...[mehr…]
  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen
    juergen diercks meint: So geht das aber nicht weiter. Es koennen doch Wetter und Hochdruck nicht einfach darueber hinweg...[mehr…]
  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Ludger Haack meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen - durch die "Sturheit" diverser Bundesländer...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Rudolf Röhlich meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen, weil wir auf manchen Relationen unpaarige WB abholen...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Neueste Meldungen

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.

Beliebteste Galerien

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen