Blue-Wings-Eigner sieht sich als Opfer deutscher Behörden

03.04.2009 17:38 Uhr

Russische Mehrheitseigner sieht sich diskriminiert und Konkurrent Lufthansa bevorteilt

Moskau/Bocholt. Im Streit um die Zukunft der Bocholter Fluggesellschaft Blue Wings sieht sich der russische Mehrheitseigner von deutschen Behörden diskriminiert. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe er betont, dass von dem Stopp der Konkurrent Lufthansa profitiere, sagte der Milliardär und Ex-KGB-Agent Alexander Lebedew am Freitag der Agentur Interfax in Moskau. "Auf dem Londoner G20-Gipfel hatten Sie dem Protektionismus den Kampf angesagt, während der Protektionismus in Deutschland eine Blütezeit erlebt", zitierte Lebedew aus dem Brief. Das Luftfahrt-Bundesamt hatte am vergangenen Dienstag die bis Ende März 2009 befristete Betriebsgenehmigung des Unternehmens mit Sitz im münsterländischen Bocholt wegen fehlender Dokumente nicht verlängert. "Seit vier Tagen befördern wir keine Passagiere. Unser Unternehmen muss beachtliche Verluste hinnehmen und mit Schäden für sein Ansehen rechnen", sagte Lebedew. Er wolle auch den russischen Regierungschef Wladimir Putin um ein Treffen ersuchen, um das Problem zu erörtern. Nach Moskauer Angaben kontrolliert Lebedews in der Schweiz eingetragene Gesellschaft Alpstream 48 Prozent an Blue Wings. Lebedew hält zudem rund ein Drittel der Anteile an Aeroflot. (dpa)

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