04.05.2010 | Transport + Logistik

BLG Logistics Group: Windenergie soll für neuen Schub sorgen

Bremen. Die Bremer BLG Logistics Group sieht im stark wachsenden Offshore-Windenergie-Markt ein zukunftsweisendes, neues Betätigungsfeld. Das kündigte Detthold Aden, Vorstandsvorsitzender des Hafen- und Logistik-Unternehmens am Dienstag in Bremen auf der Bilanzpressekonferenz an. Die neue Tochterfirma BLG Windenergie Logistics GmbH, die dem Geschäftsbereich Kontrakt zugeordnet ist, soll dieses neue Geschäftsfeld erschließen.

Den Herstellern von Windkraftanlagen wolle man mit zwei wesentlichen Kompetenzen von Nutzen sein: Zum einen der über 20-jährigen Erfahrung in der komplexen Industrie-Logistik, herausragend abgebildet durch die weltweite Autoteile-Logistik, und zum Zweiten als Hafenumschlagbetrieb. Da es sich bei den Bauteilen für Offshore-Windenergie-Anlagen um große, im Wortsinne schwergewichtige Bauteile handelt, sei bei deren Handling sehr viel Erfahrung sowie die nötige Umschlagtechnik gefordert. Zudem verfüge das Unternehmen über ausreichende Flächen am seeschifftiefen Wasser, allen voran in Bremerhaven. Diese Grundstücke würden benötigt, um darauf zum Beispiel Fertigungshallen zu erreichten, in denen die gewaltigen Komponenten zusammengebaut werden. Aden schloss jedoch den Bau von Spezialschiffen für die Errichtung der Anlagen im Küstenvorfeld ausdrücklich aus. Dafür gebe es andere Spezialisten. „Unser Engagement wird an der Kaikante enden.“

Die BLG Logistics Group habe, wie auch ihre Mitbewerber, ein schweres Jahr hinter sich, berichtete Aden weiter. Die Umsatzerlöse schrumpften um 15 Prozent auf rund 818,5 Millionen Euro. Beim Vorsteuerergebnis betrug der Rückgang sogar rund 80 Prozent auf 16,5 Millionen Euro. Dass es dem Hafen- und Logistikdienstleister trotz der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen gelungen sei, noch einen Gewinn auszuweisen, bewertete Aden als hervorragende Leistung und als einzigartigen „Kraftakt“.

Wobei Aden allerdings auch zu erkennen gab, dass der Gewinn unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Entwicklung des Konzerns „völlig unbefriedigend“ sei. Es müsse das mittel- und langfristige Ziel sein, beim Gewinn wieder „mindestens“ 40 Millionen Euro auszuweisen. Der BLG-Chef erinnerte daran, dass man schon mal „bei 85 Millionen Euro“ gewesen sei und noch bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2008 von ganz anderen Zielgrößen ausgegangen sei. „Wir fangen jetzt eben wieder von vorne an“, sagte Aden. Immerhin habe der Konzern schon sehr frühzeitig wichtige Weichenstellungen zur Absicherung des Unternehmens vollzogen. So sei das Unternehmen stolz darauf, die Stammbelegschaft auch über die Krise hinweg gehalten zu haben. Anpassungen wurden hingegen bei den befristeten Arbeitsverhältnissen sowie bei Arbeitnehmern aus dem Hafenarbeiter-Pool vorgenommen. Ende 2009 zählte der Konzern weltweit 14.500 Beschäftigte, gut 1500 weniger als im Jahr zuvor.

Das neue Geschäftsjahr sei in den ersten drei Monaten in einigen Bereichen durchaus vielversprechend angelaufen. So lag der Containerumschlag im ersten Quartal um einen zweistelligen Prozentbereich über dem Vorjahresergebnis. Auch beim Auto-Umschlag gehe es wieder bergauf, wobei allerdings das Hauptgeschäft beim Export liege, während der Import noch einmal zurückging. Eine Erklärung liege in den Auswirkungen der deutschen Abwrackprämie vom vergangenen Jahr. Mit einer Einschätzung für das Gesamtjahr hielt sich Aden zurück. Die entscheidende Frage sei, ob die Geschäftsbelebung „nur ein Strohfeuer“ oder aber eine nachhaltige Entwicklung sei. Spätestens nach dem Sommer könne man hier genauere Aussagen treffen, so Aden. „Eine nachhaltige Erholung erwarten wir erst ab 2011.“ (eha)

 
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(Foto: BLG LOGISTICS)

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