05.05.2010 | Transport + Logistik

BLG Autorail: Verkehrsmengenentwicklung verläuft positiv

Bremen. Die BLG Logistics Group wird ungeachtet eines strengen Sparprogramms weiter in den Ausbau ihres Spezialwaggon-Bestandes für Auto-Transporte investieren. Das kündigte das für die Geschäftsbereiche "Kontrakt" und "Automobile" verantwortliche Vorstandsmitglied Manfred Kuhr auf der Bilanzpressekonferenz des Bremer Hafen– und Logistikkonzerns an. Bis Ende diesen Jahres werde die Tochterfirma BLG Autorail über rund 500 neue Spezialwaggons verfügen.

An dem 2008 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen sind zu gleichen Teilen die CTL Car Transport Logistics in Mainz und die BLG Logistics Automobile in Bremen beteiligt. CTL (Alleingesellschafter: Gerald Binz) wurde vollständig in die neue Gesellschaft eingebracht. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Gerald Binz als geschäftsführendem Gesellschafter und Frank Sturm, Mitglied der Geschäftsbereichsleitung der BLG Automobile Logistics.

Mit den bis Jahresende zur Verfügung stehenden rund 600 Waggons sei es möglich, 30 Ganzzug-Garnituren zusammen zu stellen. Kuhr: "Bis 2014 wollen wir auf 1275 Waggons kommen. Das reicht dann für 75 Ganzzüge." Die neuen Waggons würden von der Auto-Industrie sehr gut angenommen, da sie optimal auf die Veränderungen in der Fahrzeugentwicklungen zugeschnitten seien. Kuhr: "Die Masse der heute in Europa eingesetzten Autotransporter ist technisch veraltet. Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können, dass es mal Autos gibt, die bis zu zwei Tonnen wiegen." Auch in puncto Lärmschutz und Ladungsschutz setzten die neuen Waggons (Tragfähigkeit: 30 beziehungsweise 34 Tonnen) neue Maßstäbe. Das Rollmaterial entsteht bei Ateliers Bretons de Reálisations Ferroviaires Industries in Frankreich.

Steigende Bedeutung des Verkehrsträgers Schiene in der Auto-Logistik

Nach Überzeugung von Kuhr, zugleich stellvertretender BLG-Vorstandsvorsitzender, spielt der Verkehrsträger Schiene in der Auto-Logistik eine immer größere Rolle. Ein Grund dafür sei, dass in Mittel- und Osteuropa zahlreiche neue Auto-Fabriken entstanden seien beziehungsweise noch gebaut würden. Diese Fertigungsstätten seien optimal über die Bahn zu ver- und entsorgen. Die Bahnkomponente spielt für den Konzern auch deshalb eine große Rolle, weil sich damit auch ein direkter Einfluss auf die Ladungsströme nehmen lasse, so Kuhr.

Die Verkehrsmengenentwicklung für die Firma Autorail seien positiv. 2009 wurden rund 100.000 Fahrzeuge transportiert. Kuhr: "Für das laufende Jahr rechnen wir bereits mit annähernd 200.000 Autos." Neben der Bahn werden Neufahrzeuge aber auch im großem Stil mit Binnenschiffen sowie mit LKW befördert. Die Umrüstung des LKW-Fuhrparks auf Maut-optimierte Euro 5-Fahrzeuge sei im vollen Gange. Aktuell gehören zur Flotte rund 530 Spezial-Transporter. Das Durchschnittsalter der LKW liegt bei 2,2 Jahren.

Spürbare Veränderungen in Bremerhaven

Das Auto-Logistik-Geschäft ist allerdings auch umfassenden Veränderungen ausgesetzt. Das bekommt die BLG im Besonderen auf ihren Anlagen in Bremerhaven zu spüren. Aktuell zögen die Neufahrzeug-Exporte über Bremerhaven stark an, während die Importe noch einmal rückläufig seien, berichte BLG Logistics-Vorstandschef Detthold Aden. Eine Erklärung dafür sei die Folge der Abwrackprämie in Deutschland. Sie führte zur Massenzulassung von preiswerten Autos aus fernöstlicher Produktion. "Damit ist der Markt praktisch bis auf weiteres gesättigt", so Aden weiter. Zudem drängten verstärkt Fahrzeuge der fernöstlichen Marken auf den westeuropäischen Markt, die aus den neuen Werken in Mittel- und Osteuropa stammten. Eigentlich seien sie für diese Märkte bestimmt, doch sei es aufgrund der Weltwirtschaftskrise zu erheblichen Kaufkrafteinbußen in diesem Teil Europas gekommen. Bei den starken Exporten handelt es sich vor allem um deutsche Premium-Fahrzeuge, die zum Beispiel in China einen starken Absatz finden.

Die ausbleibenden Import-Mengen bewirken in Bremerhaven nicht nur, dass die gewaltigen Stellflächen nicht mehr voll ausgenutzt werden. Sie führen auch dazu, dass die Technik-Zentren, in denen ja die Import-Fahrzeuge für die Anforderungen der verschiedenen europäischen Absatzmärkte nachgerüstet werden, schlechter ausgelastet sind. Auf diese neuen Herausforderungen gelte es jetzt, Lösungen zu entwickeln, so Kuhr. (eha)

 
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