23.09.2009 | Transport + Logistik

Biosprit-Branche beklagt drastischen Absatzeinbruch

Berlin. Die deutsche Biospritindustrie beklagt drastische Absatzeinbußen durch die Senkung der Steuervorteile für Biodiesel. „Die Auswirkungen auf die Branche sind dramatisch“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann, der „Berliner Zeitung“. Nahezu die Hälfte der Produktionskapazität für Biodiesel in Deutschland liege brach. Mehr als fünf Millionen Tonnen könnten pro Jahr produziert werden. Es würden 2009 aber vermutlich nur 2,4 Millionen Tonnen hergestellt. „Von 49 Anlagen haben 17 die Arbeit eingestellt, drei sind insolvent, und sieben produzieren nur stark eingeschränkt“, sagte Baumann. Viele Betreiber zahlten drauf.

Zwar steigt die Beimischung zum regulären Sprit leicht an. So werden dem Verband zufolge dieses Jahr vermutlich zwei Millionen Tonnen Biosprit dem Diesel beigemischt, 2008 waren es nur 1,6 Millionen Tonnen. Doch ist der Markt für reinen Biodiesel stark geschrumpft. „Wir erwarten, dass nur 200.000 bis 400.000 Tonnen dieses Jahr verkauft werden“, sagte Baumann. 2007 waren es noch 1,8 Millionen Tonnen, im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Tonnen. „Nach der Bundestagswahl muss sofort etwas unternommen werden, um Biosprit wieder wettbewerbsfähiger zu machen“, sagte Baumann. Im Sommer hatte der Bundestag rückwirkend zum Jahresanfang beschlossen, die Förderung von Biosprit drastisch einzuschränken. (dpa)

 
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