11.02.2009 |

Binnenschifffahrt: Mehr Güter über den Elbe-Seiten-Kanal 2008

Uelzen. Der Elbe-Seiten-Kanal (ESK) und der Hamburger Hafen stehen in einer immer intensiveren Wechselbeziehung zueinander. Darauf weist das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen (WSA Uelzen) in seiner jetzt vorgelegten Jahresbilanz für den ESK sowie den östlichen Teil des Mittelland-Kanals (MLK) hin, der ebenfalls in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Vor allem der Container-Verkehr von und nach Hamburg gewinne auf der künstlichen Wasserstraßen weiter an Bedeutung.

Demnach wurden 2008 rund 79.900 Standardcontainer (TEU) per Binnenschiff auf dem ESK transportiert (+12,8 Prozent). Im östlichen Teil des MLK, der bei Braunschweig Anschluss an den ESK hat, wurden im Berichtsjahr rund 14.300 TEU befördert (+41,2 Prozent). Die Gütergesamtmenge erreichte 2008 mit jeweils gut 9,4 Millionen Tonnen sowohl auf dem Elbe-Seiten-Kanal als auch auf der Oststrecke des MLK jeweils einen neuen Rekordwert. Mit diesen Transportmengen überschritt das Ergebnis auf dem Elbe-Seiten-Kanal das Vorjahresresultat um gut 3,7 Prozent, während des beim MLK 2,2 Prozent waren.

Auch auf dem Elbe-Seiten-Kanal gibt es inzwischen einen Trend zu größeren Schiffseinheiten. Die reine Schiffsanzahl lag im Berichtsjahr hingegen leicht unter Vorjahresniveau. Neben klassischen Motorgüterschiffen kommen auch auf dem ESK immer intensiver Schubleichter-Verbände zum Einsatz, die den Reedereien ein Höchstmaß an Flexibilität sichern.

Herzstück, zugleich aber auch ein Nadelöhr des 1976 nach achtjähriger Bauzeit in Betrieb genommenen 115 Kilometer langen Kanals ist das Schiffshebewerk in Scharnebeck. Es überwindet mit seinem „Aufzug-System “ rund 38 Meter Höhendifferenz.

Die Binnenschifffahrts-Industrie fordert seit Jahren eine Ertüchtigung der Anlage und Anpassung an die neuen Schiffsabmessungen. So sind die Tröge zur Aufnahme der Schiffe nur 105 Meter lang und zwölf Meter breit. Damit genügten sie dem seinerzeit üblichen „Europaschiff“ mit den Standardabmessungen von 85 Meter Länge und 9,50 Meter Breite. Inzwischen dominiert jedoch das Großmotorgüterschiff (GMS) mit 110 Meter Länge, das damit das Schiffshebewerk nicht nutzen kann. Schubverbände müssen zudem vor der Nutzung des Hebewerks aufwändig entkoppelt bzw. zusammengekoppelt werden.

Das WSA Uelzen rechnet auch in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme der über den ESK beförderten Gütermenge. (eha)

 
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