BGL stellt Bundeskanzlerin Merkel an den Pranger

23.09.2008 16:59 Uhr
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Heiligenschein für die Kanzlerin: Der BGL wirft der CDU-Chefin Angela Merkel Politik auf Kosten der Transportbranche vor (Bild: BGL)

Der Transportunternehmer-Verband BGL macht Stimmung gegen Bundeskanzlerin Angelika Merkel: Die PR-Aktion soll bis zur Bundestagswahl andauern

Frankfurt/Main. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hat im September mit einer PR-Kampagne gestartet, mit der nach Angaben des Transporteursverbandes den Verbrauchern in Deutschland die Hauptverursacher der Rekordinflation vor Augen geführt werden sollen. Im Mittelpunkt des Angriffes des Interessenverbandes der LKW-Unternehmer steht Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett, die, so der BGL, „mit Steuererhöhungen, Abgabensteigerungen und jetzt auch noch mit der geplanten exorbitanten Mauterhöhung für geleerte Taschen in der Bevölkerung sorgen“. Im Rahmen der PR-Kampagne des BGL wurde in diversen Printmedien eine Anzeige mit dem Porträt der Bundeskanzlerin mit Heiligenschein und dem Text „Steuern, Maut und Inflation haben einen Schutzpatron“ sowie ergänzenden Informationen geschaltet. Zudem hat der Transporteursverband ein fiktives Merkel-Interview als Audio-Werbespot aufgenommen und auf der BGL-Homepage zum Download bereitgestellt. Außerdem soll das Merkel-Motiv auf zunächst einer Viertelmillion Flugblättern und 30.000 Postkarten verteilen werden. Geplant ist auch, das Motiv der BGL-Kampagne auf LKW als Rückwandplakat zu platzieren. Dazu will der BGL nächste Woche 10.000 DIN-A2-Plakate an seine Mitglieder verschicken. Zu den Investitionen des BGL in diese Kampagne wollte der Frankfurter Verband auf Anfrage keine genauen Angaben machen. Es sei bisher ein sechsstelliger Betrag investiert worden, sagte Geschäftsführer Karlheinz Schmidt und kündigte an, die Aktion bis zur Bundestagswahl Ende 2009 weiterführen zu wollen: „Der BGL gehört zu den Verbänden, die nicht arm sind“, so Schmidt auf die Frage nach der weiteren Finanzierung der Kampagne. Die Politik hat sich laut BGL offiziell bisher nicht zu der Aktion geäußert. Es sei jedoch keine Unterlassungsklage der Bundeskanzlerin wegen der Verwendung ihres Bildes auf den Plakaten eingegangen. Hier hat der BGL mit einer möglichen Klage gerechnet, sieht sich aber nach eigenen Angaben im Recht, dieses Bild zu nutzen. (ak)

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