Frankfurt/Main. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Bahnchef Rüdiger Grube bestätigten, dass weiterhin Interesse an einer Übernahme des britischen Verkehrsanbieters Arriva bestehe. Es gehöre zu den wichtigsten Pflichten eines Unternehmens, angrenzende Auslandsmärkte zu beobachten, sagte Ramsauer. Man könne nicht tatenlos zusehen, wenn sich andere die Märkte aufteilten. Die Bahn hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass sie zu Arriva Kontakt für ein mögliches Barangebot aufgenommen hat. Darüber würden Gespräche geführt. Es sei aber ungewiss, ob auch ein Angebot vorgelegt werde. Arriva mit 44.000 Beschäftigten ist in zwölf europäischen Ländern mit Bahnen und Bussen präsent, darunter auch in Deutschland. Eine Übernahme von Arriva wäre nach Branchenangaben ein Milliardengeschäft. Ramsauer bekräftigte, dass für einen Börsengang der Bahn derzeit praktisch alle Voraussetzungen fehlten. Dieser sei aber nicht abgesagt, sondern als Ziel im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Bahn müsse sich neu ausrichten. "Die Kundenorientierung muss wieder zentral werden." Ramsauer hatte an der Hauptversammlung teilgenommen, die die neuen Aufsichtsräte der Kapitalseite bestimmte. Der Aufsichtsrat billigte den Jahresabschluss 2009, den Grube an diesem Donnerstag vorstellen will. Die Wirtschaftsflaute hat Spuren hinterlassen und den Gewinn gedrückt. Die Bahn blieb aber klar in den schwarzen Zahlen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank auf etwa 2,2 Milliarden Euro, wie aus Aufsichtsratskreisen verlautete. Im Jahr 2008 waren 2,48 Milliarden Euro Ebit ausgewiesen worden. (dpa)
Bahn zeigt weiter Interesse an Arriva
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Konzernchef Rüdiger Grube bestätigten Interesse der Deutschen Bahn an einer Übernahme des britischen Verkehrsanbieters Arriva