01.12.2008 |

Bahn testet 1000 Meter langen Güterzug

Berlin. Die Deutsche Bahn hat erstmals 1000 Meter lange Güterzüge auf die Reise geschickt. Sie fuhren am Wochenende probeweise auf der Strecke von Oberhausen nach Rotterdam, wie das Unternehmen am Montag in Berlin berichtete. Dabei wurde die 160 Kilometer lange Betuwe-Route in den Niederlanden genutzt, auf der nur Güterzüge verkehren. Das so genannte Projekt "GZ1000" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Im Bundesinteresse steht dabei die Erhöhung der Kapazitäten im verfügbaren Netz, um beispielsweise Engpässe in den Seehafenhinterlandanbindungen abzufedern.

Im Rahmen des Projekts soll die technische, betriebliche und wirtschaftliche Machbarkeit von rund 1000 Meter langen Güterzügen untersucht werden. Ziel der Erprobungen sei es, praktische Erkenntnisse aus dem Betrieb von langen Güterzügen zu gewinnen, teilte die Bahn mit. Der Betrieb der DB sei derzeit auf eine maximale Zuglänge von 750 Metern ausgelegt.

Bereits im Frühjahr hatte eine erfolgreiche Betriebserprobung zwischen Hamburg und Dänemark mit Zügen bis 835 Metern Länge stattgefunden. „Jetzt gilt es, Kapazitäten sinnvoll auszuweiten, dadurch Strecken leistungsfähiger zu machen und das grenzüberschreitend, also international“, erläutert Lutz Bücken, Generalbevollmächtigter Systemverbund Bahn, das Engagement des Projekts GZ 1000.

„Längere Güterzüge stärken nicht nur die Produktivität auf der Schiene, sie schaffen auch Platz für zusätzliche Züge. Dieser Wettbewerbsvorteil wird helfen, den prognostizierten Anstieg bei den Transportleistungen zu bewältigen und mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene bringen“, sagte Christian Kuhn, Vorstand Produktion Ganzzugverkehr der Railion Deutschland AG. "Durch längere Züge können die an neuralgischen Punkten begrenzten Netz-Kapazitäten effizienter genutzt werden. Hierzu muss die Infrastruktur baulich entsprechend angepasst werden. Dazu gehören unter anderem die Verlängerung von Überholgleisen sowie die Anpassung der Leit- und Sicherungstechnik“, führte Oliver Kraft, Vorstand Produktion DB Netz AG, ergänzend an. (dpa/stb)

 
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