09.12.2009 |

Bahn-Finanzvorstand Sack geht - Lutz kommt

Berlin. Die Bahn verliert in turbulenter Zeit ihren erfahrenen Finanzvorstand Diethelm Sack. Der 61-Jährige gibt seinen Posten Ende März nach mehr als 18 Jahren auf. Das teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch in Berlin nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Als Nachfolger zum 1. April wurde Richard Lutz, 45, bestellt, der bisher die Abteilung Controlling bei der Bahn leitete.

Sacks Dienstvertrag war im vergangenen Jahr bis 2013 verlängert worden. Schon nach dem Rücktritt seines Weggefährten Hartmut Mehdorn vom Vorstandsvorsitz im Frühjahr hatte es geheißen, Sack wolle nicht bis zum Vertragsende bleiben. Die Geschäftsbilanz 2009 wird er aber noch vorstellen. Die Bahn musste in diesem Krisenjahr starke Umsatzeinbußen vor allem im Transport- und Logistikgeschäft hinnehmen.

Sack hatte die Funktion des Finanzchefs noch zu Bundesbahn-Zeiten im November 1991 übernommen, vor der Umwandlung des Staatskonzerns in eine Aktiengesellschaft Anfang 1994. Aufsichtsratschef Werner Müller dankte ihm: „Wie kaum ein anderer hat Diethelm Sack ganz entscheidende Verdienste daran, dass sich die Deutsche Bahn seit der Bahnreform 1994 zu einem weltweit führenden Mobilitäts- und Logistikkonzern entwickelt hat. Er hinterlässt ein gut bestelltes Haus."

Der Aufsichtsrat beschloss zudem, auf das bisherige Vorstandsressort Wirtschaft und Politik zu verzichten, das bis Ende Mai Otto Wiesheu innehatte. Wie Mehdorn musste auch Wiesheu als Konsequenz aus der Datenaffäre seinen Stuhl räumen. Die Zuständigkeit für Verkehrspolitik und Regulierungsfragen wurde Vorstandschef Rüdiger Grube übertragen.

Neu in den Bahn-Aufsichtsrat gerückt sind Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle, der als Nachfolger des ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretärs Achim Großmann (SPD) das für die Bahn federführende Bundesverkehrsministerium vertritt. Staatssekretär Bernhard Heitzer wird künftig das Bundeswirtschaftsministerium vertreten. Er folgt auf Staatssekretär Walther Otremba, der im Aufsichtsrat bleibt, dort künftig aber das Bundesfinanzministerium vertritt. Der Bahn-Eigentümer Bund entsendet drei Mitglieder in den 20 Mitglieder starken Aufsichtsrat. (dpa)

 
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