Berlin. Aus Ärger über die Absage des Bahn-Börsengangs durch die Bundesregierung will Bahn-Aufsichtsratsmitglied Eggert Voscherau das Gremium verlassen. Er werde sein Mandat zum Jahresende niederlegen, sagte er dem "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). "Es kann nicht sein, dass der Aufsichtsrat aus der Presse erfährt, was der Eigentümer mit dem Unternehmen vorhat, und das Gremium dies dann nur noch abnickt", fügte er zur Begründung hinzu. Der Ex-BASF-Manager kritisierte den Umgang der Bundesregierung mit der Bahn. Sie habe in den vergangenen Jahren akzeptiert, dass sich die Bahn zu einem internationalen Logistikdienstleister "mit angehängtem Personenverkehr" entwickele. Geführt werde der Konzern vom Eigentümer Bund aber wie ein Unternehmen, das ausschließlich Personenverkehr betreibe Wund bei dem deshalb jeder Bürgermeister von Flensburg bis Garmisch sowie die Bundesregierung mitreden dürfen. "Das ist gefährlich und fährt das Unternehmen gegen die Wand, wenn sich hier nichts ändert", sagte Voscherau. (dpa)
Bahn-Aufsichtsrat Voscherau legt aus Ärger über Bund Mandat nieder
Ex-BASF-Manager kritisierte Umgang der Bundesregierung mit der Bahn