Berlin. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) spricht sich dafür aus, die Einnahmen aus dem bevorstehenden Emissionshandel für die Fluggesellschaften für eine Förderung klimafreundlicher Technologien im Luftverkehr zu verwenden. Das teilte der Verband in einer Erklärung mit. Hintergrund seien die weltweiten Bekenntnisses der Luftverkehrsgesellschaften zur Senkung der CO2-Emissionen des Luftverkehrs. Die Fluggesellschaften haben als erste Branche weltweit über ihren Weltverband Iata ein umfassendes und globales Konzept zur CO2-Senkung vorgelegt. Dieses sehe vor, dass die Fluggesellschaften ihre Treibstoffeffizienz bis 2020 jährlich um 1,5 Prozent verbessern werden, ihre gesamten CO2-Emissionen ab 2020 trotz Verkehrswachstum nicht mehr steigern und bis 2050 im Vergleich zu 2005 halbieren werden. Die Ziele der Iata haben die kontinentalen Airline-Verbände für Europa, Asien, Arabien, Lateinamerika und Nordamerika am 22. März 2010 noch einmal bekräftigt. "Diese Ziele sind erreichbar, wenn Politik und Branche an einem Strang ziehen, und wir ein rundes Paket an Instrumenten nutzen", sagte der Geschäftsführer des BDF, Michael Engel. "Dazu gehört nicht nur, dass wir als Branche Emissionszertifikate kaufen, sondern auch, dass der Staat mit den Einnahmen hieraus klimafreundliche Technologien im Luftverkehr fördert." Die deutschen Fluggesellschaften wollen in den nächsten Jahren rund 20 Milliarden Euro in die Anschaffung neuer und noch CO2-sparsamerer Flugzeuge investieren. Gleichzeitig sehen sie enorme Einsparungspotentiale durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe, Verbesserungen im Air Traffic Management sowie bei operativen Maßnahmen in der Luft und am Boden. "Die deutschen Fluggesellschaften wünschen sich intelligente Anreize zur Finanzierung neuartiger ökoeffizienter Innovationen und weiterer Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes. Hierzu gehört vor allem auch die Förderung der Entwicklung und Markteinführung alternativer Kraftstoffe", erklärte Engel. Der BDF hat ein Konzept zur nachhaltigen Gestaltung des nach der Wirtschaftskrise zu erwartenden Luftverkehrswachstums erarbeitet. Zentrales Element der darin enthaltenen Vorschläge ist eine zweckorientierte, "grüne" Verwendung der Erlöse aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten im Luftverkehr. Für die Umsetzung des EU-Emissionshandels für den Luftverkehr sind die nationalen Mitgliedstaaten verantwortlich. Hierzu zählt auch die Entscheidung über die Verwendung der Erlöse für die versteigerten Emissionszertifikate. (ab)
Airlines wollen CO2-Reduktion vorantreiben
BDF: Einnahmen des bevorstehenden Emissionshandel sollen für Investitionen in klimafreundliche Technologien verwenden / Fluggesellschaften sollen Treibstoffeffizienz bis 2010 um jährlich 1,5 Prozent verbessern