Paris. Im Sog der Luftfahrtkrise ist Europas Branchenprimus Air France-KLM heftig ins Schlingern gekommen. Die Umsätze des größten Lufthansa-Konkurrenten schrumpfen und die Verluste schießen in die Höhe. Vor allem die Routen in Europa und der Frachtverkehr machen der Fluggesellschaft Sorgen. Für das Ende März endende Geschäftsjahr 2009/10 geht Air France-KLM jetzt von einem Milliardenverlust aus. Die Börse wurde am Donnerstag von der Nachricht kalt erwischt: Die Aktie stürzte bis zum Mittag um rund 8,6 Prozent auf 10,5 Euro. Von April bis Dezember 2009 schrumpfte der Umsatz der Air France- KLM um 18,6 Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro. Aus dem laufenden Geschäft fiel nach einem Gewinn von 349 Millionen Euro ein herber Verlust von 788 Millionen Euro an. Weil im Winterquartal wieder so hohe Verluste erwartet werden wie vor einem Jahr, dürfte sich der Verlust aus dem laufenden Geschäft für das gesamte Geschäftsjahr in der Größenordnung von 1,3 Milliarden Euro bewegen. Damit dürfte auch der Fehlbetrag im Milliardenbereich liegen. In den ersten neun Monaten hatte der Nettoverlust bereits 868 Millionen Euro betragen. Für das im April beginnende Geschäftsjahr 2010/11 erwartet Air France-KLM unter anderem wegen der Umstrukturierung des Frachtgeschäfts und anderer Kostensenkungen ein ausgeglichenes Ergebnis aus dem laufenden Geschäft. Allerdings sind dabei die mit hohen Verlusten verbundenen früheren Geschäfte zum Abfedern der Treibstoffpreisbewegungen nicht berücksichtigt. (dpa)
Air France-KLM vor Milliardenverlust
Umsätze schrumpfen, Verluste schießen in die Höhe, Aktie stürzt ab / Verlust von 1,3 Milliarden Euro erwartet