Jack Short
Jack Short, Generalsekretär des Weltverkehrsforums©International Transport Forum

Weltverkehrsforum: Verkehrssicherheit wächst

Starker Rückgang bei Verkehrstoten im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts / In Deutschland starben 2009 fünf von 100.000 Einwohnern bei einem Verkehrsunfall

Paris. Nach den jüngsten vom Weltverkehrsforum (International Transport Forum, ITF) der OECD ausgewerteten Unfalldaten aus 33 Staaten war die erste Dekade des 21. Jahrhunderts "ein Rekordjahrzehnt für die Straβensicherheit". Das erklärte Jack Short, Generalsekretär des Weltverkehrsforums, am Mittwoch in Paris.

Insgesamt ging die Zahl der Verkehrstoten in 30 der 33  Staaten zurück, die von der "International Traffic Safety Data and Analysis Group" (IRTAD) des Weltverkehrsforums erfasst wurden. In vielen Ländern lag der durchschnittliche jährliche Rückgang der Zahl der Verkehrstoten im Jahrzehnt 2000-2009 deutlich über dem der vorangegangenen Dekaden. In Deutschland etwa sank die Opferzahl in der vergangenen Dekade im Jahresdurchschnitt um minus 6,9 Prozent. In den 90er Jahren waren es nur minus 3,8 Prozent, in den 80ern minus 4,7 Prozent und in den 70ern minus 3,4 Prozent gewesen.

Ähnliche Entwicklungen sind in anderen Ländern zu beobachten. "Im Vergleich zu vorangegangenen Dekaden haben wir einen signifikanten Sprung bei der Vermeidung tödlicher Verkehrsunfälle im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gemacht", erklärte Fred Wegmann, Vorsitzender der IRTAD-Arbeitsgruppe. Zugleich wies Wegmann darauf hin, dass "der Trend in vielen Entwicklungsländern besorgniserregend" sei.

Den stärksten Rückgang tödlicher Verkehrsunfälle aller untersuchten Länder vermelden Portugal und Spanien. In beiden Ländern ging im Jahrzehnt 2000 bis 2009 die Zahl der Unfalltoten mit minus 55 Prozent (Portugal) und minus 53 Prozent (Spanien) um mehr als die Hälfte zurück. Es folgt Frankreich mit einem Rückgang um 47 Prozent; Deutschland liegt mit minus 45 Prozent auf Platz 6.

In drei der untersuchten Länder - Argentinien, Kambodscha und Malaysia - nahm sie Zahl der Unfalltoten während des vergangenen Jahrzehnts zu. Alle drei Staaten sind IRTAD erst vor kurzem beigetreten, um von den Erfahrungen der Gruppe in der Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu profitieren.

Gewichtet nach Unfalltoten pro 100.000 Einwohner lag Deutschland 2009 mit 5,1 im vorderen Drittel der IRTAD-Länder. Die Spitze bilden hier Großbritannien (3,8), gefolgt von Schweden und den Niederlanden (beide 3,9) sowie Israel (4,2). Die meisten Verkehrstoten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl weisen Malaysia (23,8) und Argentinien (18,4); Griechenland folgt mit 13,8 (Zahl für 2008).

Während die Zahl der Verkehrstoten in den reichen Ländern im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gefallen ist, kommen 90 Prozent der Unfalltoten weltweit aus den ärmeren Ländern (Schätzungen zufolge gibt es weltweit jährlich mehr als 1,3 Millionen Unfalltote und 50 Millionen Verletzte). Die Vereinten Nationen haben deshalb das "Jahrzehnt der Verkehrssicherheit" ausgerufen, mit dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 zu senken. "Effektiver Transfer von Standards aus den besten Ländern wird die Opferzahl reduzieren", erklärte Jack Short. "Datenbank und Netzwerk von IRTAD bieten Staaten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Wir wollen diese Rolle weiter stärken." (ab)

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