Weltverkehrsforum 2010
Unter dem Motto “Verkehr und Innovation – die Potenziale ausschöpfen” kamen rund 900 Gäste nach Leipzig©Sebastian Bollig

Weltverkehrsforum lockt 900 Teilnehmer

Zwei Streitthemen des Forums waren externe Kosten und überlange LKW / Köhlers Auftritt überschattet durch späteren Rücktritt / <b>Mit Bildergalerie</b>

Leipzig. Rund 900 Teilnehmer kamen dieses Jahr zum Weltverkehrsforum nach Leipzig. Unter den Teilnehmern waren 43 Verkehrsminister und Staatssekretäre aus 39 Staaten und alle diskutierten über Innovationen für den Verkehrssektor. Effiziente Lieferketten, Elektromobilität, Verkehrssteuerung, sicherer Luftverkehr und Ausbau der Infrastruktur in Zeiten leerer Staatskassen waren einige der Themen die dieses Jahr in Leipzig neben den Politikern auch Wissenschaftler, Unternehmer und Verbandsvertreter beschäftigten.

Zwei Streitthemen des Forums waren externe Kosten und überlange LKW. Das Thema Kostenwahrheit sprach Ex-Bundespräsident Köhler an, der die Verkehrswirtschaft dazu ermahnte, Umwelt- und Gesundheitskosten einzubeziehen. „Die Preisbildung beim Transport ist unvollkommen", kritisierte Köhler. Luftverschmutzung, Lärmbelästigung, Gesundheitskosten, Umwelt- und Klimaschäden seien nicht vollständig eingepreist. Er forderte die Regierungen auf, die Wirtschaft notfalls zur Kos­tenwahrheit zu zwingen. Leider wurde Köhlers Auftritt überschattet durch seine Äußerungen zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. So war seine Rede vor dem Weltverkehrsforum einer der letzten öffentlichen Auftritte vor seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten vergangenen Montag.

Gegen den vom internationalen Straßengütertransportverband IRU vorgestellten überlangen LKW protestierten deutsche Bahnlobbyisten. Diese Demonstration sah der Veranstalter gelassen. Jack Short, Generalsekretär des Weltverkehrsforums, begrüßte, dass die IRU den LKW auf dem Forum vorstelle. „Dass nicht alle Gruppen dieses Konzept gutheißen, gehört zur Diskussionskultur des Weltverkehrsforums", betonte Short.

Das Weltverkehrsforum unter dem Dach der OECD versteht sich als eine strategische Denkfabrik für den Verkehrssektor. Das Forum bringt alljährlich die Minister der 52 Mitgliedsstaaten mit Vertretern der Privatwirtschaft, von Verbänden sowie der Forschung zusammen, um strategisch entscheidende Verkehrsfragen zu diskutieren. Kommendes Jahr tagt das Weltverkehrsforum unter dem Motto „Transport und Gesellschaft" erneut in Leipzig.

Einen Eindruck des diesjährigen Kongresses finden Sie in der folgenden Bildergalerie. (sb) 

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