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Europabrücke, Tirol, Lkw

Laut VCÖ haben 2018 rund 2,4 Millionen Transporter die Route über den Brenner genommen (Symbolfoto)

©Daniel Liebl/picturedesk/picture-alliance

Weiter Streit um regionale Fahrverbote in Tirol

Nach Tirol plant auch das Bundesland Salzburg gegen den Ausweich-Verkehr vorzugehen, währenddessen hat der VCÖ vorgeschlagen, Pläne einer Alpentransitbörse voranzutreiben.

Innsbruck. Der Streit um regionale Fahrverbote in Tirol geht mit unverminderter Schärfe weiter. Deutschland müsse endlich an Maßnahmen arbeiten, speziell den Transit-Schwerverkehr zu reduzieren, forderte der Tiroler Ministerpräsident Günther Platter (ÖVP) in der „Passauer Neuen Presse“ vom Mittwoch, 26. Juni. Dabei bezeichnete Platter eine Anhebung der in Deutschland niedrigeren Lkw-Maut „auf das Niveau von Österreich, die das Fünffache beträgt“, als das „Gebot der Stunde“. Das Fahrverbot auf bestimmten Strecken an Wochenenden und die Lkw-Blockabfertigung an der Grenze nannte Platter absolut notwendig.

Auch Salzburg will gegen Ausweich-Verkehr vorgehen

Unterdessen will auch das Bundesland Salzburg gegen den Ausweich-Verkehr vorgehen. Zwischen dem 13. Juli und 18. August können auf der Tauernautobahn (A10) bei Bedarf erstmals einzelne Autobahnabfahrten komplett gesperrt werden oder nur für den Ziel- und Quellverkehr offenbleiben. Mit der Maßnahme sollen Touristen auf der Autobahn gehalten und die Anrainergemeinden entlastet werden.

Nach einer Analyse des österreichischen Verkehrsclubs VCÖ sind 2018 erstmals mehr Lastwagen über den Grenzpass Brenner gefahren als über alle Schweizer und zwei französische Alpenübergänge zusammen. Die Route über den Brenner hätten 2,4 Millionen Transporter genommen, über die vier Schweizer Alpenpässe Gotthard, San Bernardino, Simplon und Großer St. Bernhard sowie die zwei französischen Übergänge Frejus und Montblanc seien insgesamt 2,37 Millionen Lastwagen gefahren, errechnete der VCÖ auf Basis von Daten des Schweizer Bundesamts für Verkehr. „Während in der Schweiz der Alpentransit Jahr für Jahr zurückgeht, nimmt er über den Brenner massiv zu“, sagte VCÖ-Experte Markus Gansterer.

VCÖ: Pläne für Alpentransitbörse vorantreiben

In der Schweiz sei die Lkw-Maut deutlich höher als in Österreich, so der VCÖ. Auch sei Diesel höher besteuert als in Österreich. Außerdem werde in der Schweiz seit Jahrzehnten die Schieneninfrastruktur konsequent ausgebaut und verbessert. Österreich sollte die Einführung einer Alpentransitbörse vorantreiben, meinte der Verkehrsclub weiter. Das Konzept der Alpentransitbörse sehe eine Deckelung der Zahl der Lkw-Fahrten über die einzelnen Übergänge vor. Nötige Transitrechte könnten bei der Alpentransitbörse erworben und gehandelt werden. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LKW-LANDVERKEHR & STÜCKGUT.

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