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Vollelektrischer 40-Tonner der Spedition Scherm

Stellen ihren ersten 40-Tonnen Elektrotruck der Presse vor (vl.): Hermann Bohrer (Leiter des BMW-Werkes in München), Jürgen Maidl (Leiter Logistik der BMW Group) und Kurt Scherm (Geschäftsführer der Scherm-Gruppe)

©VR/Andre Kranke

Vollelektrischer 40-Tonner bei BMW ab heute im Einsatz

Ein vollelektrischer 40-Tonnen-Lkw versorgt ab sofort die BMW-Produktion in München. Logistikdienstleister Scherm beklagt das mangelnde Angebot an passenden Fahrzeugen am Mark. Mit Video.

München. Seit Montag versorgt ein zu einhundert Prozent vollelektrisch angetriebener 40-Tonnen Lkw das Produktions-Werk der BMW Group. Der Lkw des Logistikdienstleister Scherm pendelt achtmal am Tag mit 40 km/h Höchstgeschwindigkeit zwischen dem Scherm-Logistikzentrum im Münchner Norden und der drei Kilometer entfernten BMW-Produktion.

Nach eigenen Angaben ist BMW damit der erste Automobilhersteller in Europa, der einen 40-Tonnen-Elektro-Lkw für Materialtransporte (Stoßdämpfer, Federn und Lenkgetriebe) im öffentlichen Straßenverkehr nutzt. Den Startschuss für diese CO2-neutralen Transport gab am Montagmorgen Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). „Ich hoffe, dass diesem Leuchtturmprojekt noch viele weitere nachfolgen werden“, so die Ministerin bei der feierlichen Inbetriebnahme im Münchner BMW-Werk.

11,8 Tonnen CO2 werden eingespart

Der Elektro-Lkw wird laut Scherm und BMW ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen. Dadurch und durch den alternativen Antrieb ist der 40-Tonner CO2-frei, leise und nahezu ohne Feinstaubbelastung für die Umwelt unterwegs. Im Vergleich zu einem Laster mit Dieselmotor wird der elektrische Lkw 11,8 Tonnen CO2 jährlich einsparen.

100 km Reichweite

Das Aufladen der Lkw-Batterie nimmt drei bis vier Stunden in Anspruch. Voll geladen habe das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Somit könne der Elektro-Lkw theoretisch einen kompletten Produktionstag ohne zusätzlichen Ladevorgang absolvieren.

Zwei Jahre Suche nach passendem Fahrzeug

Kurt Scherm, Geschäftsführer der Scherm Gruppe beschrieb die Schwierigkeiten für sein Unternehmen, eine entsprechende Zugmaschine zu finden. „Wir haben sogar über eine Eigenentwicklung nachgedacht“, so Scherm. Nach zwei Jahren Suche habe man sich dann für den niederländischen Hersteller Terberg entschieden. BMW-Manager äußerten sich am Rande der Inbetriebnahme erstaunt, dass keiner der deutscher Lkw-Hersteller in der Lage gewesen sei, hier ein passendes Angebot zu unterbreiten. Der Lkw kostet rund das 2,5-fache eines konventionellen Diesel-Lkw. BMW beteilige sich durch höhere Frachtraten an den Mehrkosten, genauere Angaben wollten die Beteiligten aber nicht machen.

Nach einem Jahr soll Bilanz gezogen werden

Jürgen Maidl, Leiter Logistik der BMW Group, betonte die Potenziale des Elektro-Lkw. „Mit diesem Projekt gewinnen wir sehr wertvolle Erkenntnisse, was in punkto City-Logistik mittels Elektro-Lkws künftig möglich ist. Die BMW Group beschreitet zusammen mit unserem Partner Scherm Gruppe erneut mutig neue Wege und leistet Pionierarbeit.“

Das E-Truck-Projekt ist für ein Jahr angesetzt, danach solle laut Scherm und BMW Bilanz gezogen und über eine Weiternutzung entschieden werden. Im Vordergrund stehe bei diesem Test vor allem die Zuverlässigkeit des Elektro-Fahrzeugs für die Versorgung der Produktion.

Video: Der E-Truck von BMW und Scherm

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special TRENDS & INNOVATIONEN IN LKW- UND FAHRZEUGTECHNIK.

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