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Nicht wenige kleinere Unternehmen nutzen im Fahrer-, Fahrzeug- und Logistikmanagement nach wie vor keine Softwarelösungen

©Continental

Viele kleinere Logistikunternehmen nutzen keine Softwarelösungen

Über ein Drittel der Unternehmen aus der deutschen Logistik- und Transportbranche - zumeist kleinere Logistikunternehmen - nutzt keine Softwarelösungen für das Fahrer-, Fahrzeug- und Logistikmanagement, ergab eine von Continental in Auftrag gegebene Studie.

Die Zufriedenheit der Transportbranche mit der eingesetzten Software im Fahrer-, Fahrzeug- und Logistikmanagement steigt, allerdings kommt bei mehr als einem Drittel – insbesondere bei kleineren Flotten – gar keine Software zum Einsatz. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Der vernetzte Truck“, die Continental nach 2016 zum zweiten Mal beim Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Auftrag gegeben hat. Insgesamt flossen Ergebnisse von 45 Unternehmen, die zwischen Februar und Mai 2020 befragt wurden, in die Ergebnisse ein.

„Wie größere Transportunternehmen sind auch Logistiker mit kleineren Flotten vom steigenden Kosten- und Effizienzdruck der Branche betroffen“, hält Gilles Mabire fest, der den Geschäftsbereich Commercial Vehicles and Services bei Continental leitet. „Allerdings sind vor allem kleinere Logistikflotten noch nicht davon überzeugt, dass Software einen wichtigen Beitrag für ihr Geschäft leisten kann.“ Hier müsse die Industrie nachbessern und passgenaue Lösungen für diese Kunden liefern oder vorhandene Lösungen besser kommunizieren, damit der Nutzen auch für kleinere Transportbetriebe klarer wird. „Bleibt es bei den starken Unterschieden in der Nutzung, kann es sein, dass sich die Kluft zwischen großen, technologie- und ertragsstarken Unternehmen auf der einen Seite und kleinen Transportunternehmen mit immer niedrigerer Marge auf der anderen Seite weiter vergrößert“, mahnt Mabire.

Im direkten Vergleich mit den Ergebnissen der Vorgängerstudie zeigen die aktuellen Studienergebnisse aber auch: Logistiker, die Softwarelösungen einsetzen, seien mit diesen durchgängig zufriedener als noch 2016. Insbesondere Software für das Fahrerverhalten bewerten die Befragten auf einer Skala von 1 bis 6 um rund eine halbe Note besser. Auch im Arbeitsalltag komme dieser Software die wichtigste Rolle zu, gefolgt von Lösungen zur Planung der Fahrereinsätze, zum Fahrzeugmanagement und zur Logistiksteuerung.

Fahrassistenzfunktionen und kraftstoffsparende Technologien gefragt

Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich der Umfrage zufolge mehr Fahrassistenzfunktionen, über die Hälfte der Studienteilnehmer wünschen sich weitere kraftstoffsparende Technologien. Mit absteigender Relevanz folgen Wünsche nach mehr Komfortfunktionen im Fahrzeug-Innenraum, Reifendrucküberwachungssystemen und Systemen zur Verbesserung der Kommunikation mit dem Fahrer. „Die Wünsche der Logistiker passen zu den aktuellen Veränderungen im Transportsektor“, stellt Mabire fest. „Die neuen Regulierungen zielen darauf ab, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Emissionen zu reduzieren, wie etwa die EU-Richtlinie zur Senkung des CO2-Ausstoßes“, so Mabire. Zudem sei die Branche weiterhin hohem Kostendruck ausgesetzt, der Einsparungen erfordere. „Der Kraftstoffverbrauch macht einen großen Anteil der Flottenkosten aus, hier können Logistiker am effektivsten sparen“, so Mabire.

Investitionen müssen sich schnell rechnen

Der hohe Kosten- und Effizienzdruck spiegele sich auch in der Investitionsbereitschaft der Logistiker wider: Für sie muss es sich kurzfristig rechnen. So geben mehr als drei Viertel der Befragten an, dass sich Investitionen in spritsparendes Fahren spätestens nach zwei Jahren auszahlen müssen – bei Unternehmen mit wenig Fahrzeugen ist die Zeitspanne noch geringer. “Für Hersteller und Zulieferer ergibt sich daraus folgender Auftrag: Wir müssen Lösungen entwickeln, die schon kurzfristig eine betriebswirtschaftliche Wirkung entfalten”, so Mabire.

Ein weiterer Aspekt, der den Befragten wichtig ist, ist die Erfüllung von Sicherheitsstandards. „Mit steigendem Datentransfer wächst auch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle, die Branche möchte entsprechend durchdachte und erprobte Lösungen. Jedoch kostet Sicherheit Geld – solche Anwendungen wird es nicht zum Nulltarif geben.“ Allerdings habe nur rund die Hälfte der Unternehmen Abwehrmaßnahmen für ein Angriffsszenario auf Logistik- oder Flottenmanagementsysteme getroffen. Drei Viertel planen keine größeren Investitionen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten. „Die konkrete Investitionsbereitschaft hinkt hinter der geäußerten Bedeutung des Themas hinterher. Das kann damit zusammenhängen, dass Transportunternehmen noch nicht Opfer eines Cyberangriffes geworden sind. Dabei zeigt die steigende Zahl an Cyberattacken, dass das Thema weiter an Relevanz gewinnt“, so Mabire. (mh)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special TELEMATIK-SYSTEME FÜR LKW & NUTZFAHRZEUGE.

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