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Gleisanschluss Evonik

Für die Verlagerung von Transporte auf die Bahn ist ein Gleisanschluss bis ins Werk von großem Vorteil

©picture alliance/Rupert Oberhäuser

Verlader sehen großes Potential für die Schiene

Der BWVL begrüßt die neue Anschlussgleis-Förderung durch den Bund. Der Verladerverband sieht ein großes Potential für die Verlagerung von Verkehre auf die Schiene.

Bonn. Wenn Transporte vom Lkw auf die Bahn verlagert werden sollen, müssen alle Akteure mitspielen. Ein eindeutiges Signal für einen Weg zu mehr Verlagerung kommt jetzt vom BWVL (Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik): Explizit begrüßt der Verband mit mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie und Handel die neue Anschlussgleis-Förderung.

Wichtiger Schub für die Entwicklung multimodaler Verkehre

„Besonders zu begrüßen ist die erstmalige finanzielle Förderung von Ersatzinvestitionen in bestehende Gleisanschlüsse sowie die Erneuerung der Anschlussweiche”, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Auch die verbesserte Förderung von multifunktionalen Terminals werde der Entwicklung multimodaler Verkehre einen wichtigen Schub geben, so die Auffassung im Verband. Damit würden Verlader aus Handel und Industrie, Speditionen und Eisenbahnen bei dem Aus-/Neubau, der Reaktivierung und dem Erhalt von Gleisanschlüssen und multifunktionalen Güterterminals unterstützt.

Die geltende Richtlinie zur Förderung der Anschlussgleise tritt kommenden Montag, am 1. März 2021, in Kraft. Sie gilt als ein wichtiger Meilenstein zur Umsetzung der Gleisanschluss-Charta, die 43 Verbände und Vereine aus Industrie, Handel, Logistik, Entsorgung, Bauwirtschaft, Agrar-/ Forstwirtschaft und öffentlichen Einrichtungen mitgezeichnet haben.

Unternehmen sehen ein großes Potential für die Verlagerung

„Unsere Mitgliedsunternehmen sehen in Bezug auf ihre zu verladenden Gewichte und Mengen ein großes Potential für die Verlagerung auf die Schiene“, sagte Jochen Quick, Präsident des BWVL. Doch weil mit einem Gleisanschluss auch hohen Investitionen verbunden seien, verfüge nur ein Teil der Kunden und Transportpartner über einen eigenen oder in der Nähe gelegenen Gleisanschluss. „Die Förderrichtlinie ist ein dringend erforderlicher Schritt in die richtige Richtung“, so Quick.

Der BWVL hebt hervor, dass nun auch Industriestamm- und Zuführungsgleise förderfähig sind, wenn diese durch ein Unternehmen in Privatrechtsform betrieben werden. Dies sei ein neues und wichtiges Förderinstrument für vorgelagerte Infrastrukturen in direkter Nähe zu den Zugangsstellen der Schiene.

Die Gleissanschluss-Charta setzt sich für eine stärkere Fokussierung der verkehrspolitischen Diskussion auf die wesentliche Schlüsselfunktion von Gleisanschlüssen, kundennahen Zugangsstellen und regionalen Eisenbahninfrastrukturen ein. Ziel der Charta ist es, dem Markt leistungsfähige und wirtschaftlich darstellbare Transportsysteme im Kombinierten Verkehr undim Wagenladungsverkehr anbieten zu können. Mit der neuen Gleisanschlussförderichtlinie ist dem Bund aus Sicht der Unterzeichner der Charta der Einstieg in die Umsetzung der Vorschläge aus der Gleisanschluss-Charta gelungen. (cd)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.

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Railcargo & KV, Quick, Jochen, Verkehrspolitik Deutschland, Verkehrsinfrastruktur Bau & Finanzierung, Verband – BWVL


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