Autobahn A10

Die Verkehrsexperten sprachen sich in einer Empfehlung dafür aus, schwere Lastwagen europaweit einheitlich auf Tempo 80 zu drosseln.

©ddp/Michael Urban

Verkehrsgerichtstag empfiehlt Tempo 80 für LKW

Beim Verkehrsgerichtstag haben sich Experten ausführlich mit LKW-Verkehr der Null-Promille-Grenze beschäftigt

Goslar. Das strikte Alkoholverbot hat bei Fahranfängern gewirkt - Experten haben nun beim 49. Verkehrsgerichtstag (VGT) über die Null-Promille-Grenze für alle Autofahrer diskutiert. Die derzeitigen Regelungen seien zu kompliziert, sagte der Präsident der Deutschen Verkehrswacht, Kurt Bodewig. Er trat für eine Null- Promille-Lösung ein.

In Goslar diskutierten 1600 Experten von Verbänden, Automobilclubs, Ministerien, Behörden und Versicherungen bis zum Freitag auch über Drogen am Steuer, private Knöllchen-Jäger, ein Zentralregister für Unfalltote und Probleme des LKW-Verkehrs.

Die Verkehrsexperten sprachen sich in einer Empfehlung dafür aus, schwere Lastwagen europaweit einheitlich auf Tempo 80 zu drosseln. Dies diene der Verkehrssicherheit, schone die Umwelt und senke den Kraftstoffverbrauch. Um die Sicherheit zu erhöhen, appellierte der VGT an die Fahrzeugindustrie, die Preise für Fahrassistenzsysteme zu senken und modernste Technik in alle Lastwagen einzubauen. Bund und Länder sollten auch „angesichts der zu erwartenden hohen Steigerungsraten im LKW-Verkehr" die Kontrollen intensivieren, verlangten die Experten.

In vielen Diskussionsrunden am Rande ging es um eine mögliche Herabsetzung der Promille-Grenze auf 0,0. Es zeichnete sich jedoch ab, dass die Mehrheit der Fachleute die derzeitige 0,5-Promille- Grenze beibehalten will.

Um die Zahl der Verkehrstoten weiter zu senken, empfahl der VGT die Einrichtung eines speziellen Zentral-Registers, in dem alle tödlichen Verkehrsunfälle erfasst werden. Die bundesweite Datenbank könne helfen, Unfallursachen besser zu analysieren, die Prävention zu verbessern und so Unfälle zu verhindern. Zudem forderten die Experten, Verkehrstote grundsätzlich zu obduzieren und deren Blut auf Alkohol, Drogen und Medikamente zu untersuchen. Im vergangenen Jahr starben in Deutschland rund 4000 Menschen bei Verkehrsunfällen.

Verschärfte Sanktionen verlangen die Experten für Fahrten unter Drogeneinfluss. Wer erwischt wird, solle sofort den Führerschein verlieren. Zudem solle die Aufklärung über die Gefahren von Drogenfahrten verbessert werden, insbesondere in den Fahrschulen.

Einig waren sich die Experten, dass Parkverstöße konsequent verfolgt werden sollen, allerdings nur von staatlichen Stellen. Privatfirmen dürfen nach einem Votum des VGT keine Jagd auf Parksünder machen. (dpa) 

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