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Paketdienste und Möbellogistiker fühlen sich in der Hamburger Innenstadt zunehmend ausgebremst

©Daniel Bockwoldt/dpa/picture-alliance

Verbände fordern flüssigen Lieferverkehr in Hamburg

Eine Verminderung des Autoverkehrs in der Innenstadt dürfe nicht dazu führen, dass Handwerker, Lieferanten, Kuriere und Sozialdienste ihre Kunden nicht mehr anfahren könnten, lautet die Forderung.

Hamburg. Die Hamburger Wirtschaft fordert eine sichere Versorgung der Hamburger Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen. Auch eine Verminderung des Autoverkehrs in der Innenstadt dürfe nicht dazu führen, dass Handwerker, Lieferanten, Kuriere und Sozialdienste ihre Kunden nicht mehr anfahren könnten, erklärten die Handwerkskammer Hamburg und mehrere weitere Wirtschaftsverbände am Freitag in Hamburg. „Wo Versorgungssicherheit fehlt, leidet Lebensqualität“, sagte der Präsident der Handwerkskammer, Hjalmar Stemmann. „Dass dieser Fakt in der öffentlichen Debatte über autofreie Zonen kaum eine Rolle spielt, ist unverständlich und gefährdet das Ziel der Verkehrswende: dem Menschen zu dienen.“

Schon jetzt führten Beschränkungen zu erheblichen Einschränkungen, erklärten die Verbände. „Nach unseren Berechnungen führten 2019 durch Stau- und Parkplatzprobleme verursachte unproduktive Zeiten bei unseren Betrieben zu Verlusten von 17.030 Euro pro Jahr und Fahrzeug“, sagte Stemmann. „Bereits heute lehnen einige Handwerker Aufträge ab, wenn Kunden keine Parkplätze vorweisen können.“

Mikro-Depots könnten helfen

Neben Privilegien für den Wirtschaftsverkehr fordern die Verbände besondere Lade- und Arbeitszonen, Mikro-Depots und Serviceparkplätze. Über Mikro-Depots könnten Lieferdienste Lastenfahrräder oder fußläufige Transporthilfen für die Zustellung auf den letzten Metern einrichten. Zudem könne eine digitale Verkehrs- und Parkraumlenkung Suchverkehre drastisch reduzieren. Zudem sollten Dienstleistungen wie Umzüge und Reparaturen auch außerhalb der allgemeinen Lieferzeiten möglich sein und schneller als bisher genehmigt werden.

Zu dem Bündnis gehören neben den Handelskammer Hamburg, der norddeutsche Außenhandelsverband AGA, der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH), der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), die Landesgruppe Hamburg, der CDH im Norden – Wirtschaftsverband für Handelsvermittlung und Vertrieb sowie die Fachvereinigung Möbelspedition, Umzugslogistik und Relocation Hamburg (FAMÖ). (dpa/ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION HAMBURG.

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Logistikregion Hamburg, Verkehrspolitik Deutschland


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