Thomas Rackow

UVL-Geschäftsführer Thomas Rackow fürchtet die Billigkonkurrenz 

©VR/Dietmar Winkler

UVL schlägt Alarm wegen Billigfahrern

Der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL) fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit einheimischer Transportunternehmen weil ein Betrieb systematisch philippinische Kraftfahrer beschäftigt.

Kiel. Der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL) hat Alarm geschlagen weil – so schreibt der Verband in einer Pressemitteilung - ein lettisches Unternehmen mit einem Dispositionsbüro in Schleswig-Holstein philippinische Fahrer einstelle. Der Grund für das Rekrutieren der Fahrer aus Fernost sei der Fahrermangel in Lettland. Dabei bediene sich das Unternehmen einer Personalvermittlung auf den Philippinen.

Der UVL fürchtet nun um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. „Bereits jetzt sind die Lohnkostenunterschiede zwischen osteuropäischen und deutschen Fahrern immens“, schreibt der Verband. Durch den Einsatz von philippinischen Fahrern werde der Unterschied vermutlich noch größer. „Die Folge wird sein, dass das deutsche Speditionsgewerbe noch mehr und schneller vom Markt gedrängt wird“, orakelt der Unternehmensverband UVL. Bereits seit längerem sei zu beobachten, dass immer mehr Transporte von ost- beziehungsweise südosteuropäischen Unternehmen durchgeführt werden. Der UVL appelliert an die politischen Entscheidungsträger, auf die Situation „zu reagieren“. (diwi)

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  • 16.03.2013

    Lazik Ralf

    Liebe Leser,da kann man "Orakeln" wie man will. Fakt ist: In Europa muss jeder Kraftfahrer eine Ausbildung vorweisen. Das System funktioniert noch nicht so, wie es sollte. Aber es ist europäisches Gesetz!
    Kraftfahrer von "Far far away" betrifft dies nicht. Aber sie dürfen für 400 Euro im Monat durch Europa, wohlgemerkt geschäftlich! Wir müssen uns dringend dagegen stemmen und die Verlader sollten endlich "aufwachen"! Das Transportgewerbe auf der Straße läuft seit längerer Zeit schon "längseits". Wir können uns da schon lang nicht mehr auf Politiker mit Spielzeugen auf ihrem Schreibtisch verlassen.

  • 15.03.2013

    Jürgen Franz

    Der Grund für das Anwerben der phillipinischen Fahrer ist der Fahrermangel in Litauen? Wohl eher ein Mangel an leistungsgerechter Bezahlung! Hier wird doch nur schon mal vorgeplant und probiert! Denn wenn Litauen, Polen usw Euro-Länder werden, ist es vorbei mit dem Lohndumping.
    Welcher litauischer Fahrer wird denn dann für 1200 Euro brutto fahren? Die Preise in diesen Ländern werden steigen und die Absicherung einer Familie ist mit solchen Gehältern nicht mehr zu schaffen. Unsere Löhne wurden und werden seit Jahren gedrückt wegen des Lohndumpings aus dem Osten. Und das geht eben in Zukunft nicht mehr.
    DAS ist der Grund für die Anwerbung von asiatischen Fahrern. Das einzig gute ist: dann merken die auch mal wie es uns schon seit Jahren geht. Und sollte die Kabotagefreiheit beschlossen und eingeführt werden: dann gute Nacht, mittelständische deutsche Transportwirtschaft.
    Gegen diese Entscheidungen und Vorhaben hilft nur eins. Die Unternehmen und ihre Fahrer müssen sich endlich mal klar darüber werden WAS FÜR EINE MACHT WIR HABEN! Schon Adenauer erkannte das und hat ein Demonstrationsverbot für unser Gewerbe verfügt.
    Und ich sage: na und? Es ist an der Zeit das wir ALLE uns zusammenfinden und dem skandalösen Treiben der Großlogistiker ein Ende bereiten. Kollegen: es ist an der Zeit sich zu wehren!

  • 15.03.2013

    V 480 Truck

    Das gewollte Chaos in der Transportbranche! In keinem anderen europäischen Land sind die Differenzen bei den Tarifverträgen und den Fahrerlöhnen so groß wie in Deutschland. Das hat jetzt schlimme Konsequenzen. Nicht das Fahrpersonal leidet unter dem schlechten Image, sondern die Transportunternehmen. Wer sein Personal jahrelang knechtet und ausbeutet, muß sich nicht wundern, dass sich kein Nachwuchs mehr findet.
    Hauptgrund ist die sittenwidrige Entlohnung, zwischen 5 und 6 Euro brutto pro Arbeitsstunde, der Tarif in Baden-Württemberg liegt bei 14.15 Euro. Arbeitszeiten von 70 bis 80 Stunden in der Woche, kein Überstundenzuschlag, kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, Kosten für die Fahrerqualifikation(entgangene Freizeit ) sowie Führerschein-Verlängerung: Das sind alles Fahrerprobleme.
    Die Fahrer von heute, sind die Sozialhilfe-Empfänger von Morgen. Nach den asiatischen Fahrern gibt es nur noch eine Steigerung: Ein Fahrer-Gorilla, der für 2 Bananen am Tag fährt.


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