A40-Rheinbrücke, Neuenkamp, Baustelle

Über 90 Prozent der abgeleiteten Lkw an der A 40-Rheinbrücke werden laut VVWL NRW wegen der Achsüberladung aus dem Verkehr gezogen

©Oliver Berg/dpa/picture-alliance

Überladene Lkw: Achsüberladung als Problem, nicht Gesamtgewicht

Der VVWL NRW betont, dass der Großteil der überladenen Lkw aufgrund von Achsüberladungen zu schwer sei. Im Berufsalltag sei die Überprüfung des genauen Achsgewichts für die Fahrer allerdings eine Herausforderung.

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Düsseldorf. Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik (VVWL) NRW kritisiert die Darstellung des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums hinsichtlich der überladenen Lkw auf der A 40-Rheinbrücke. Das Ministerium hatte vermeldet, dass durchschnittlich pro Werktag 75 Lkw auf der Brücke abgeleitet würde, weil sie überladen gewesen seien.

Der Verband stellte die Aussage zwar nicht in Frage. Man müsse jedoch beachten, dass über 90 Prozent der abgeleiteten Lkw nicht wegen der Gesamt-, sondern wegen der Achsüberladung aus dem Verkehr gezogen würden. Die Einhaltung der Achsüberladung zu überprüfen, sei für die meisten Fahrer in der Praxis keine leichte Aufgabe.

Verlader hauptverantwortlich, um Überladung zu vermeiden

Sowohl der Fahrer als auch der Verlader sind für die geladenen Güter verantwortlich. „Der Verlader trägt jedoch die Hauptverantwortung, dass es nicht zu einer Überladung des Fahrzeugs kommt. Er kennt schließlich das Gut“, sagte Marcus Hover, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VVWL, gegenüber der VerkehrsRundschau. Wenn der Fahrer des Transportunternehmens allerdings den Verdacht hege, dass die Achslast überschritten sei, müsse er den Transport ablehnen. Denn die Verantwortung der verkehrssicheren Verladung liege beim Fahrer. Er sei derjenige, der aus dem Verkehr gezogen werde, falls das Fahrzeug überladen sei. Auch die entsprechende Bußgeldstrafe gehe an ihn.

Zeitmangel und komplexer Verladeplan als größte Probleme

Zwar gäbe es Lkw mit Achslastmesser, die dem Fahrer helfen zu erkennen, wenn eine Achsüberladung vorliegt. Dabei würde es sich jedoch um Spezialfahrzeuge handeln. Außerdem seien diese Achslastmesser im Alltag auch nur bedingt hilfreich, so Hover. Denn sie könnten die Überladung erst anzeigen, wenn das Fahrzeug schon voll beladen ist. Die Konsequenz: Der Fahrer müsste alle Güter wieder abladen und den Lkw neu beladen. „Dazu fehlt im Berufsalltag eines Fahrers bei Weitem die Zeit“, betonte Hover. Ein weiteres Problem: Der Lastenverteilungsplan für Güter sei sehr komplex. Es sei durchaus nachvollziehbar, wenn Fahrer beim Lesen des Plans Schwierigkeiten hätten.

Wie also Achsüberladung vermeiden?

Laut Hover wäre eine im Vorfeld sorgfältig geplante Absprache für die Verladung der Güter zwischen Verlader, Transportunternehmen und Fahrer die beste Strategie. Spediteure sollten seiner Ansicht nach den Verladeplan rechtzeitig an den verantwortlichen Fahrer mailen, sodass dieser sich bereits im Vorfeld über die anstehende Verteilung der Güter informieren kann. So könne man einer Achsüberladung ohne zusätzliche Auf- und Abladezeiten oder Bußgeldstrafen am besten entgehen. (sn)

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