Flagge, Frankreich

Das seit Ende 2017 konstatierte rückläufige Wirtschaftswachstum schlägt sich auf das Transportvolumen in Frankreich nieder

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Transportgeschäft in Frankreich wird schwieriger

Vor drei Jahren berichteten bei einer Befragung von 200 französischen und europäischen Straßengütertransport-Firmen 77 Prozent von einer positiven Entwicklung. Aktuell sind es nur noch 56 Prozent und die Erwartungen sind getrübt.

Paris. Angebot und Nachfrage nach Transportdienstleistungen über die Straße passen sich derzeit in Frankreich der schwächelnden Konjunktur an. Dies zeigt sich am Rückgang der Transportmenge und bremst die Transportunternehmen bei ihren Bemühungen um höhere Frachttarife spürbar aus.

Das seit Ende 2017 konstatierte rückläufige Wirtschaftswachstum schlägt sich auf das Transportvolumen nieder. Das weist der neunte Jahresbericht des Fachkabinetts Bp2r für das abgelaufene Jahr 2019 aus. Der Bericht basiert auf Befragungen zum Thema Vergangenheit und Zukunftsperspektiven von 200 französischen und europäischen Straßengütertransport-Firmen. Vor zwei Jahren waren es noch 61 Prozent der Befragten in Frankreich und vor drei Jahren noch 77 Prozent, die über eine positive Entwicklung berichteten. Die jüngste Umfrage ergab nur noch 56 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte und die Aussichten für die kommenden sechs Monate sind anscheinend ziemlich trübe: Nur noch 42 Prozent gehen für diesen Zeitraum von Zuwächsen im Transportgeschäft aus. Im restlichen Europa hat die Negativtendenz laut der Untersuchung zwar langsamer eingesetzt als in Frankreich, war dafür aber brutaler. Demnach ging im Vorjahresvergleich die Zahl derer, die für 2019 noch Anstiege erwarteten, um 34 Punkte auf ebenfalls 56 Prozent der Befragten zurück.

Angebot und Nachfrage in der Waage

Noch vor zwei Jahren sei der Markt für den Straßengütertransport durch einen Mangel an Transportkapazitäten gekennzeichnet gewesen, hebt die Studie hervor. Jetzt fänden fast die Hälfte der befragten französischen Unternehmen, dass Angebot und Nachfrage sich nunmehr neu austariert hätten und einander die Waage hielten. 2017 sahen das nur 25 Prozent so und vor zwei Jahren 38 Prozent.

Auch in Europa fand Bp2r dieselbe Tendenz vor. Entsprechend moderat sei die Entwicklung bei den Transporttarifen. Was die französischen Transporteure von ihren Kunden in diesem Jahr verlangen würden, übersteige im Schnitt als Zuwachs nicht mehr als 2,06 Prozent. Das heißt noch um ein halbes Prozent weniger als im Vorjahr. In den europäischen Ländern ergab die Studie einen Rückgang von 4,35 auf nur noch 2,65 Prozent höhere Tarifpläne.

Fahrermangel macht sich bemerkbar

Die Angleichung von Angebot und Nachfrage links und rechts des Rheins ist die eine Seite der jüngsten Entwicklung, der anhaltende Personalmangel eine andere. Fahrer vor allem sind es, die überall fehlen. 63 Prozent der französischen Firmen haben im letzten Halbjahr neue eingestellt und für 65 Prozent steht dies auch für das nächste Halbjahr auf dem Programm. Dagegen investieren die Franzosen weniger in den Ausbau ihrer Fahrzeugparks. Im Vergleich zu 2018 ging ihre Zahl von 53 auf nur noch 41 Prozent zurück.

Bezüglich der Rentabilität der Transportunternehmen scheint sich die Lage indessen stabilisiert, wenn auch nicht signifikant verbessert zu haben, heißt es in der Studie weiter. Vor zwei Jahren glaubten noch 52 Prozent der Befragten, sie könnten ihre Finanzziele erreichen und 35 Prozent bezeichneten ihre finanzielle Situation als „gespannt“. Aber auch, wenn die Transporteure für das letzte Jahr ihre Erwartungen auf Rentabilitätssteigerung nicht zu hoch angesetzt haben, stellten 27 Prozent am Jahresende fest, dass es damit besser gelaufen sei als befürchtet. (jb)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special FRANKREICH – TRANSPORT & LOGISTIK.

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