Sellering: Nordländer einig bei Verkehrsprojekten

06.05.2010 16:13 Uhr
Erwin Sellering
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering forderte Peter Ramsauer auf, eine Liste von 24 Projekten im Norden zu unterstützen.
© Foto: ddp / Steffi Loos

Forderung an Bundesverkehrsminister Ramsauer: Unterstützung von 24 Projekten im Norden / Alle Vorhaben gleich wichtig

Schwerin. Nach Differenzen über die Dringlichkeit verschiedener Verkehrsprojekte wollen die fünf norddeutschen Länder jetzt wieder an einem Strang ziehen. Der Vorsitzende der Konferenz Norddeutschland, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, eine Liste von 24 Projekten im Norden zu unterstützen. Egal ob Elbvertiefung, Anbindung der geplanten Fehmarnbelt-Querung oder Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Rostock - alle Vorhaben seien gleich wichtig. „Da wollen wir uns nicht mehr auseinanderdividieren lassen“, betonte Sellering in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Nummer 17 ist nicht weniger wichtig als Nummer 3. Darüber gibt es keine Verhandlungen.“ Das für diesen Freitag geplante Treffen mit Ramsauer wurde kurzfristig wegen einer Beratung im Bundesrat über die Griechenland-Hilfe verschoben. Mit Blick auf die Fehmarnbelt-Querung sagte Sellering: „Es gab in der Tat in der Vergangenheit Auseinandersetzungen.“ Mecklenburg- Vorpommern hatte sich gegen den Bau der festen Verbindung nach Dänemark ausgesprochen, weil es um seine Anteile im Skandinavien- Verkehr über die Häfen Rostock und Sassnitz fürchtete. Die Differenzen seien jedoch beigelegt. Jetzt gebe es eine klare Linie, so Sellering. „Ich gehe davon aus, dass wir beide Verbindungen brauchen. Wenn die Ostsee ohne Wasser wäre, würden wir auch zwei Autobahnen bauen.“ Die Erfahrungen Dänemarks und Schwedens zeigten, dass eine feste Verbindung wie über den Öresund die Länder näher zusammenrücken lasse. Der Frachtverkehr laufe aber weiter über Fähren. Mit Nachdruck wies Sellering Kritik aus der Wirtschaft zurück, Mecklenburg-Vorpommern sitze bei der norddeutschen Kooperation „am Katzentisch“. „Das ist Unsinn. Wir sind ganz engagiert dabei.“ Mecklenburg-Vorpommern habe ein ganz großes Interesse an der Zusammenarbeit der Nordländer. „Das ist der Vorteil der Konferenz, dass wir zusammenhalten.“ Sellering appellierte an Ramsauer, die wirtschaftliche Entwicklung der Seehäfen zu unterstützen. Für Mecklenburg-Vorpommern sei neben der Nordverlängerung der A14 von Magdeburg nach Schwerin/Wismar der Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Rostock wichtig. Ramsauer müsse sich in Brüssel dafür einsetzen, dass diese Strecke Kernbestandteil der sogenannten Transeuropäischen Netze werde. Mecklenburg-Vorpommern will mehr Verkehr aus dem Adria-Raum nach Skandinavien über seine Häfen lenken. (dpa)

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