München. Bahnchef Hartmut Mehdorn sieht angesichts der hohen Lohnforderungen der Gewerkschaften Arbeitsplätze im Konzern akut gefährdet. „Wer mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren zu hohe Lohnsteigerungen fordert, riskiert Arbeitsplätze“, sagte Mehdorn dem Magazin „Focus“. Lohnsteigerungen wie 2008 könne die Bahn nicht verkraften. „Wir hatten bereits in diesem Jahr für alle Mitarbeiter Erhöhungen von durchschnittlich elf Prozent vereinbart. Die belasten unsere Mittelfristplanung um satte 1,6 Milliarden Euro“, so Mehdorn. Käme die jetzige Gewerkschaftsforderung der Transnet von zehn Prozent mehr Lohn durch, wären dies wieder fast 600 Millionen Euro pro Jahr. „So viel können wir gar nicht zahlen“, weil parallel auch die Energiepreise rasant gestiegen sind, sagte Mehdorn. „Wenn jetzt wieder so kräftig draufgesattelt wird, schädigt das unsere Wettbewerbsfähigkeit ganz erheblich.“ Dennoch wolle der Konzern seine Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen. „Aber zu hohe Löhne bei der DB nutzen wenig, wenn die Aufträge ausfallen, weil unsere Konkurrenz im Nah-, Fern- und Güterverkehr mit Billiglöhnen fährt.“ Darüber hinaus will der Bahnchef am Börsengang seines Unternehmens „grundsätzlich“ festhalten. Zwar könne die Deutsche Bahn in dieser Finanzmarktkrise keinen Börsengang machen. „Trotzdem werden wir weiter mit möglichen Investoren reden. Wenn sich die Konjunktur- und Finanzlage verbessert, fangen wir wieder an“, kündigte Mehdorn an. (dpa)
Mehdorn sieht Arbeitsplätze in Gefahr
Lohnforderungen der Gewerkschaft Transnet bereitet Bahnchef Kopfschmerzen