Maersk: Hafenproduktivität stagniert in Zeiten der Megacontainerschiffe

10.03.2015 13:58 Uhr
Die Containerschiffe werden immer größer, die Produktivität der Häfen kommt nur langsam hinterher

Maersk-Geschäftsführer Søren Skou kritisiert, dass durch die zunehmende Größe der Schiffe die Liegezeiten in den Häfen immer länger werden.

Kopenhagen. Der Geschäftsführer von Maersk, Søren Skou, hat die mangelnde Produktivität der Häfen in Zeiten der Megacontainerschiffe gerügt, berichtet das Newarker Journal of Commerce (JOC). Bisher habe sich die Fähigkeit der Häfen und Reedereien, diese Schiffe schnell zu be- und entladen und wieder zurück auf See zu senden, nur geringfügig verbessert. Daraus entstehen Verzögerungen und zusätzliche Kosten für die Reedereien.

„Wir bauen zunehmend größere Schiffe und wir können die Container kaum schneller vom Schiff transportieren. Somit wird der Prozess zunehmend ins Stocken geraten“, sagte Skou. Er fügte an: „Seit 2007 hat sich die Schiffsgröße im Asien-Europa-Handel effektiv verdoppelt. Unser Arbeitspferd war früher das 6500-TEU-Containerschiff. Heute ist es das 13.000 TEU-Containerschiff. Die Hafenproduktivität verdoppelte sich allerdings seither nicht, sondern verbesserte sich nur geringfügig. Aufgrund der größeren Schiffe sind die Liegezeiten immer länger.“

Im aktuellen Finanzbericht stellt Maersk heraus, dass sich die Liegezeiten bedeutend verlängert haben. Auf einer Asien-Europa-Rundfahrt haben sich die durchschnittlichen Liegezeiten von zwölf (2007) auf 18 Tage erhöht. Laut Skou lässt sich der geringe Produktivitätsanstieg durch die Entwicklung der Produktivität bei den Hafenkranen erklären. Diese entspricht der Anzahl der Hebevorgänge eines Kranes pro Stunde.

Ein anderer Maßstab ist die gesamte Anzahl der Kranbewegungen pro Stunde, während ein Schiff im Hafen liegt. Dabei werden also sowohl die jeweilige Krangeschwindigkeit als auch die gesamte Zahl der zugewiesenen Krane mit einbezogen. Zudem wird auch berücksichtigt, wie gut die Reederei und das Terminalteam kooperieren. „Die individuelle Kranproduktivität steckt seit langem bei 25 bis 30 Bewegungen pro Stunde fest. Es gab keinen Durchbruch, der uns beispielsweise Kranbewegungen von 40 bis 50 pro Stunde bescherte. Ich frage die Terminalbetreiber immer, wie sie einen Quantensprung bei der Produktivität erreichen wollen“, sagte er. Die durch JOC gesammelten Daten für die Kranproduktivität unterstützen diese Idee. Für Schiffe mit mehr als 10.000 TEU sind die gesamten Kranbewegungen pro Stunde weltweit von 114 auf 111 zwischen 2013 und 2014 gesunken. (rup)

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