Kiel/Hamburg. Die Kieler Lindenauwerft bekommt neuen finanziellen Spielraum, nachdem Werftchef Dirk Lindenau am 22. September einen Insolvenzantrag stellen musste. Die HSH-Nordbank wird dem 1919 gegründeten Schiffbauunternehmen unter die Arme greifen. Sie stellt der Werft, die nach eigenen Aussagen bis Ende 2009 ausgelastet ist – Auftragsvolumen: 225 Millionen Euro – einen Kredit von 28 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sei der Erhalt von rund 370 fest Angestellten sowie rund 150 Leiharbeitern gesichert, teilte die in Kiel und Hamburg ansässige Bank mit. Die Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage der in dritter Generation geführten Privatwerft sind vielfältig. Den entscheidenden Stoß versetzte dem Unternehmen, das einst in Memel (heute: Klaipeda/Litauen) gegründet wurde, der Bau für einen Doppelhüllentanker. In das Schiff hat die Werft bislang rund zwölf Millionen Euro investiert, doch zum Weiterbau fehlte ihr trotz vielfältiger Bemühungen das Geld, so dass Werftchef Lindenau den Insolvenzantrag stellen musste. Die HSH Bank knüpft die Finanzierungszusage unter anderem an die Bedingung, dass es eine „kontinuierliche Bauphasenüberwachung des Doppelhülltankers durch unabhängige Sachverständige“ gibt. Nach Überzeugung von Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsministers Werner Marnette (CDU) muss das in Kiel-Friedrichsort ansässige Schiffbauunternehmen sein Know-how auf dem Gebiet von Doppelhüllentanker und anderen Spezialschiffen noch stärker ausspielen. Inolvenzverwalter der Lindenauwerft ist der Jurist Jan Wilhelm. Er hatte in der Vergangenheit bereits die in schwere See geratenen Schiffbauunternehmen SSW (Bremerhaven) und Cassens (Aurich) wieder auf Kurs gebracht. Die Lindenauwerft hatte das Geschäftsjahr 2007 mit einem Verlust von rund vier Millionen Euro abgeschlossen. (eha)
Lindenauwerft: HSH Nordbank gewährt Millionenkredit
Jobs der Traditionswerft in Kiel sind gesichert / Aktueller Tankerbau soll zügig abgeschlossen werden