Anlass war ein AIS-Symposium der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) in Bremerhaven, das den Auftakt zur Nutzung dieses weltweit vorgesehenen Systems für die Schifffahrt an der deutschen Küste bildete. AIS unterstützt insbesondere im Bereich der Schiff-Schiff-Anwendungen die Navigation. Per AIS können die Schiffe automatisch Daten über ihre Identität, Kurse und Ladungen austauschen sobald sie sich in gegenseitiger Funkreichweite befinden. Es erlaubt neben einer wesentlichen Verbesserung der Kollisionsverhütung auch unabhängig von jeglicher Landinfrastruktur eine bordautonome Verkehrsflussoptimierung. Das System bietet die Möglichkeit, das gesamte deutsche Hoheitsgebiet und weite Bereiche der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) durch Verkehrszentralen zu überwachen. Die dazu erforderlichen Landanlagen werden von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes errichtet und betrieben. Für den Aufbau des AIS-Informationsnetzes sind in den nächsten Jahren insgesamt 12,5 Millionen Euro im Haushalt des Verkehrsministeriums veranschlagt. Laut Mertens könne mit der AIS-Technologie auch der Informationsaustausch zwischen der Schifffahrt und der Hafenwirtschaft effizienter gestaltet werden. In vielen Geschäftsbereichen der Hafenwirtschaft sei das Wissen um die aktuellen Positionen der zulaufenden Verkehre und die daraus ableitbaren Ankunftszeiten von großer Bedeutung. Die Effizienz der Logistikketten in den Häfen hänge in starkem Maße vom schnellen und genauen Informationsfluss ab.
Küstengewässer bekommen ein Verkehrsleitsystem
"Mit der ab 1. Juli in der internationalen Schifffahrt beginnenden Ausrüstungspflicht mit einem neuen automatischen Identifikations- und Informationssystem, kurz AIS, wird ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf See geleistet", so Angelika Mertens, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.